Wie schreibt man ein Buch?
Buch schreiben

Wie schreibe ich ein Buch? Tipps und Tricks wie ein gutes Buch geschrieben wird

Sie möchten wissen, wie Sie ein eigenes Buch schreiben? Eine Zauberformel für einen Bestseller kann ich Ihnen leider nicht an die Hand geben. Was ich Ihnen aber verraten kann: Sie brauchen Struktur, eine gute Idee, eine gute Ausdrucksweise, ein Geschick dafür, Handlungen und Szenen spannend oder einfühlsam mit Worten zu beschreiben, und Sie brauchen Durchhaltevermögen. Denn selbst ein durchschnittliches Buch von rund 100 Seiten schreibt sich nicht über Nacht. Und auch erfahrene Autoren und Autorinnen wie Sebastian Fitzek oder Nele Neuhaus brauchen einige Zeit, ehe sie Ihr neues Buch verfasst haben.

Inhaltsverzeichnis

Was ich Ihnen aber mitgeben kann, sind einige hilfreiche Tipps darüber, wie Sie die richtige Erzählperspektive wählen können, warum es sinnvoll ist, Dialoge zu schreiben und wie Sie Ideen finden können. So schaffen Sie es Schritt für Schritt von der Idee bis zur Veröffentlichung. 

Das Wichtigste in Kürze:

  • Wenn Sie ein Buch schreiben wollen, brauchen Sie eine gute Idee, Kreativität und Durchhaltevermögen.
  • Die Wahl des Genres und der Erzählperspektive bestimmen, wie Leserinnen und Leser die Geschichte erleben.
  • Eine überzeugende Storyline, lebendige Figuren und ein fesselnder erster Satz dürfen ebenfalls nicht fehlen.
  • Gleiches gilt für den Buchtitel sowie einen starken Umschlagtext.
  • Ob klassischer Verlag oder Selfpublishing: Beide Wege haben Vor- und Nachteile.

Von der Idee zum eigenen Buch – ein kurzer Leitfaden rund um Schreibzeiten, Genre, Erzählperspektiven und den ersten Satz

Wer ein Buch schreiben will, hat sie bereits schon: Die erste Buchidee, den ersten Funken, der alles ins Rollen bringt. Doch wie fangen Sie nun am besten an, um daraus eine Geschichte und ein ganzes Buch zu entwickeln? Klar definierte Schreibzeiten und die Wahl des passenden Genres helfen dabei, das Projekt zu strukturieren. Mit einer gezielten Erzählperspektive und einem fesselnden ersten Satz legen Sie außerdem den Grundstein für ein Buch, das Leser begeistert. Schließlich wollen Sie das Buch verkaufen. 

Tipp 1: Buch schreiben  – die erste Buchidee

Die Grundlage für ein erfolgreiches Buch ist eine überzeugende Idee. Bevor es mit dem Schreiben losgeht, müssen Sie Ihre Gedanken aber konkretisieren. Dafür können Sie folgende Methoden anwenden:

Brainstorming

Notieren Sie alle Ideen zu einem zentralen Thema. Eine Mindmap bietet sich an, um Zusammenhänge darzustellen und neue Ansätze zu entwickeln. Ein starres Festhalten an der ersten Idee ist nie zu empfehlen. Andernfalls endet Ihre Geschichte in einer Sackgasse und lässt sich nicht weiterentwickeln.

Freewriting Manuskript

Setzen Sie sich ein Zeitlimit und arbeiten Sie ohne Unterbrechung alles auf, was Ihnen einfällt. Diese Methode bringt selbst Laien direkt ins Schreiben, ohne dabei zu sehr über Inhalte oder Formulierungen nachzudenken.

Detailtexte

Beschreiben Sie in wenigen Sätzen eine Figur, ein Objekt oder eine Szene aus Ihrer Geschichte mit vielen Details. Diese kurzen Texte können später in Ihr Buch einfließen.

Bildvorlagen

Verwenden Sie Fotos oder Illustrationen als Inspirationsquelle. Beschreiben Sie, was Sie sehen, oder entwickeln Sie eine Geschichte, die von dem Bild ausgeht. Diese Methode hilft übrigens auch gut gegen Schreibblockaden

Writing Prompts

Arbeiten Sie mit vorgegebenen Satzanfängen oder Themen. Diese Schreibimpulse helfen, kreative Ansätze zu entwickeln und neue Ideen zu erkunden.

Umgebung

Beobachten Sie Ihre Umgebung genau. Was sehen Sie hier an Details, die Sie im Buch schreiben können? Welche Menschen oder Situationen fallen Ihnen auf. So entstehen authentische Szenen für Ihr Buch.

Perspektivwechsel

Schreiben Sie aus der Sicht einer Figur oder eines Objekts, das eine völlig andere Perspektive bietet. Dieser Ansatz schärft Ihren Blick für unterschiedliche Sichtweisen und verleiht Ihrem Buch mehr Tiefe.

Kaskadenfragen

Fragen wie „Warum?“, „Was passiert als Nächstes?“ oder „Welche Folgen hat das?“ fördern die Entwicklung komplexer Handlungsstränge und geben Ihrer Buchidee Struktur.

Persönliche Gedanken

Sammeln Sie Ihre Gedanken in Form von Tagebucheinträgen oder Briefen. Diese Methode schafft einen emotionalen Zugang und hilft, persönliche Themen in Ihre Geschichte einzubinden.

Reizwortanalyse

Wählen Sie ein Schlüsselwort und notieren Sie alle Assoziationen dazu. Diese Technik bringt neue Ideen und sorgt für kreative Verbindungen.

Disney-Methode beim Schreiben

Betrachten Sie Ihre Idee aus verschiedenen Blickwinkeln: Als Träumer oder Träumerin (Visionen entwickeln), Realistin oder Realist (praktische Umsetzbarkeit prüfen) und Kritikerin oder Kritiker (Schwächen analysieren). Diese Methode hilft, Ihre Idee zu verfeinern.

6-3-5-Methode

Arbeiten Sie in einer kleinen Gruppe. Jede Person entwickelt drei Ideen zu einem Thema, die im Wechsel ergänzt werden. Am Ende stehen zahlreiche Ansätze, die Sie weiter ausarbeiten können.

Tipp 2: Das Genre

Das Genre (Roman oder ein Sachbuch zum Beispiel) eines Buches legt fest, welche Inhalte, Stile und Erwartungen mit der Geschichte verbunden sind. Es definiert die Zielgruppe und beeinflusst, wie Leserinnen und Leser ein Buch wahrnehmen.

Eigenschaften eines Genres

  • Struktur und Regeln: Jedes Genre hat bestimmte Konventionen, die Leser und Leserinnen erwarten. Ein Krimi verlangt Spannung, Rätsel und oft eine überraschende Wendung. Ein Liebesroman konzentriert sich auf emotionale Verbindungen und Konflikte, während ein Märchen zeitlose Werte vermittelt und oft mit einer moralischen Botschaft endet.
  • Zielgruppenansprache: Das Genre hilft dabei, die Leserschaft gezielt anzusprechen. Wer einen Thriller liest, sucht Nervenkitzel, während ein Fantasy-Roman Welten voller Magie und Abenteuer bieten soll. Märchen hingegen sprechen sowohl Kinder als auch Erwachsene an, die sich von ihrer Symbolik und Einfachheit inspirieren lassen.
  • Spannungsbogen: Die Art, wie Spannung aufgebaut wird, hängt stark vom Genre ab. Ein Thriller setzt oft auf Zeitdruck und Gefahr, während Märchen durch klare Strukturen wie Prüfungen oder magische Begegnungen Spannung erzeugen.

Beispiele für Genres

  • Krimi:
    Krimis sind Geschichten, in denen ein Verbrechen im Mittelpunkt steht. Die Handlung folgt oft einer Ermittlungsarbeit, die Schritt für Schritt zur Aufklärung führt. Spannung entsteht durch Geheimnisse und die Suche nach der Wahrheit.

    Fantasy:
    Dieses Genre entführt in fantastische Welten mit magischen Wesen und außergewöhnlichen Fähigkeiten. Häufig geht es um den Kampf zwischen Gut und Böse.
  • Sachbuch:
    Sachbücher liefern Wissen zu einem speziellen Thema. Sie sind logisch aufgebaut und sollen informieren, zum Nachdenken anregen oder praktische Lösungen bieten.
  • Liebesroman:
    Der Liebesroman dreht sich um Beziehungen und emotionale Entwicklungen zwischen den Figuren. Konflikte entstehen oft durch äußere Umstände oder innere Zweifel.
  • Märchen:
    Märchen sind Geschichten, die oft in einer fiktiven, zeitlosen Welt spielen. Sie verwenden archetypische Figuren wie Helden, Bösewichte oder magische Helfer. Typische Merkmale sind Prüfungen, moralische Botschaften und ein klares Gut-Böse-Schema. Märchen wie „Hänsel und Gretel“ oder „Die Schöne und das Biest“ kombinieren einfache Sprache mit symbolischen Elementen.

Die Wahl des richtigen Genres

  • Persönliche Vorlieben: Überlegen Sie, welche Bücher Sie selbst gerne lesen. Ihr Interesse an einem Genre spiegelt sich oft in der Qualität Ihres eigenen Schreibens wider.
  • Marktforschung: Schauen Sie, welche Genres aktuell gefragt sind. Ein Blick auf Bestseller-Listen kann hilfreich sein.
  • Flexibilität: Manche Geschichten lassen sich mehreren Genres zuordnen, wie etwa ein romantischer Krimi oder ein modernes Märchen. Entscheiden Sie sich für das Hauptgenre, um fokussiert zu bleiben.

Tipp 3: Die Erzählperspektive

Die Erzählperspektive ist eine der wichtigsten Entscheidungen beim Schreiben eines Buches. Sie legt fest, wie Leser und Leserinnen die Handlung und Figuren wahrnehmen, und beeinflusst den Spannungsbogen sowie die emotionale Wirkung der Geschichte. Außerdem schaffen Sie es damit auch, Ihren Figuren auf besondere Art und Weise Leben einzuhauchen. Viele Autoren und Autorinnen setzen auf bewährte Perspektiven, um ein gutes Buch zu schreiben, das jeden fesselt und sich klar in einem Genre verorten lässt.

Wählen Sie die Erzählperspektive sorgfältig aus. Wenn Sie Ihr eigenes Buch schreiben, überlegen Sie, welche Perspektive Ihre Geschichte am besten unterstützt. Folgende Perspektiven können Sie verwenden: 

Ich-Erzählende:

Diese Perspektive wird aus der Sicht einer Figur erzählt, die direkt in die Handlung eingebunden ist. Sie nutzt die Ich-Form und vermittelt eine besonders persönliche und emotionale Verbindung. Leser und Leserin erleben die Ereignisse durch die Augen der Figur, was einen intensiven Einblick in ihre Gedanken und Gefühle ermöglicht.

Eigenschaften der Ich-Perspektive:

  • Direkte Verbindung zur erzählenden Figur.
  • Subjektive Sichtweise, die auf persönliche Erlebnisse und Wahrnehmungen beschränkt ist.
  • Besonders geeignet für Genres wie Liebesromane oder Krimis, da sie Nähe und Spannung aufbaut.

Multiperspektive

Hier wechseln die Erzählenden innerhalb der Geschichte. Unterschiedliche Figuren beleuchten die Handlung aus ihrer Sicht. Diese Technik eignet sich besonders, um komplexe Zusammenhänge oder parallele Handlungsstränge darzustellen.

Eigenschaften der Multiperspektive:

  • Vielseitige Einblicke in die Geschichte.
  • Leserschaft erfährt unterschiedliche Motive und Hintergründe.
  • Häufig verwendet in Thrillern und historischen Romanen.

Narratives Erzählen

Beim narrativen Erzählen beschreibt der Erzählende die Ereignisse. Es vermittelt Fakten und Zusammenhänge, bleibt jedoch oft distanziert. Märchen nutzen diese Form häufig.

Eigenschaften des narrativen Erzählens:

  • Klare, strukturierte Darstellung.
  • Geeignet für Märchen, Sachbücher oder historische Romane.
  • Vermittelt große Zeitspannen in wenigen Worten.

Szenisches Erzählen

Beim szenischen Erzählen zeigen Sie die Handlung in Echtzeit, mit Dialogen und Sinneseindrücken. Diese Technik wird oft als „Show, don’t tell“ bezeichnet und macht Ihr Buch lebendig. Viele Autorinnen und Autoren, die diese Methode verwenden, hoffen so, einen Bestseller zu schreiben

Eigenschaften des szenischen Erzählens:

  • Detailreiche Darstellung der Handlung.
  • Spricht alle Sinne an, um eine intensive Atmosphäre zu schaffen.
  • Besonders geeignet, um Spannung aufzubauen.

Auktoriale Erzählperspektive

Diese Perspektive wird von einer allwissenden Erzählinstanz genutzt. Sie kennt alle Figuren, Ereignisse und sogar zukünftige Entwicklungen.

Eigenschaften der auktorialen Perspektive:

  • Der oder die Erzählende kommentiert, bewertet und gibt Hintergrundinformationen.
  • Ideal für komplexe Geschichten mit vielen Figuren und Handlungssträngen.

Neutrale Erzählperspektive

Diese Perspektive beschreibt die Handlung objektiv, ohne in die Gedanken oder Gefühle der Figuren einzutauchen. Sie ähnelt einer Kamera, die lediglich aufzeichnet.

Eigenschaften der neutralen Perspektive:

  • Objektive und sachliche Darstellung.
  • Wird selten verwendet, da sie wenig Nähe zur Handlung schafft.

Personale Erzählperspektive

Hier wird die Geschichte aus der Sicht einer bestimmten Figur erzählt, jedoch in der dritten Person. Leserinnen und Leser erleben die Handlung durch die Augen dieser Figur.

Eigenschaften der personalen Perspektive:

  • Subjektiver Einblick in eine Figur, jedoch mit Abstand.
  • Häufige Wahl in Romanen, da sie Nähe und Flexibilität verbindet.

Tipp 4: Das Buch mit Leben füllen – die spannende Storyline

Eine fesselnde Storyline ist das Herzstück eines guten Buches. Sie sorgt dafür, dass die bevorzugte Leserschaft begeistert weiterliest und in die Geschichte eintaucht. Viele Autorinnen und Autoren beginnen mit einem groben Konzept und entwickeln Schritt für Schritt einen Spannungsbogen. Auch dafür gibt es bewährte Methoden, um am Ende das Buch erfolgreich zu machen.

Drei-Akter

Die Drei-Akt-Struktur hilft Ihnen, ein spannendes Buch zu schreiben. Der Aufbau ist einfach: Einleitung, Hauptteil und Schluss.

  • Einleitung: Hier stellen Sie die Figuren und den zentralen Konflikt vor.
  • Hauptteil: Im zweiten Akt verschärfen sich Konflikte und Probleme. Die Spannung baut sich kontinuierlich auf, bis sie ihren Höhepunkt erreicht.
  • Schluss: Im finalen Akt lösen Sie alles auf und bringen die Geschichte zu einem stimmigen Ende.

Fünf-Akter

Der Fünf-Akter bietet mehr Tiefe und Nuancen. Er eignet sich besonders, wenn Sie einen komplexen Roman schreiben möchten.

  • Exposition: Einführung der Figuren und des Settings.
  • Steigende Handlung: Konflikte entwickeln sich und die Spannung steigt.
  • Höhepunkt: Der Wendepunkt, an dem die Hauptfigur eine entscheidende Wahl trifft.
  • Fallende Handlung: Erste Lösungen oder Rückschläge führen die Geschichte zum Schluss.
  • Auflösung: Der Konflikt wird endgültig geklärt, und das Ende schließt die Handlung ab.

Sieben-Akter

Für besonders ausführliche Handlungen, wie sie in Bestsellern oder epischen Geschichten vorkommen, ist der Sieben-Akter ideal.

  • Wegen der zusätzlichen Akte können Sie mehrere Konflikte einführen und die Figurenentwicklung detaillierter ausarbeiten.
  • Um aber selbst dabei nicht die Übersicht zu verlieren und am Ende alles wieder neu schreiben zu müssen, rate ich Ihnen sich den Aufbau selbst in einem Notizbuch mitzuschreiben.

Heldenreise

Die Heldenreise, bekannt durch Werke wie Star Wars oder Der Herr der Ringe, folgt einer klaren Abfolge von Stationen.

  1. Ruf des Abenteuers: Die Hauptfigur steht vor einer Herausforderung, die sie in eine neue Welt führt.
  2. Prüfungen und Mentor: Die Figur wächst an Aufgaben und findet Unterstützung.
  3. Höhepunkt: Der finale Kampf, in dem die Hauptfigur über sich hinauswächst.
  4. Rückkehr: Die Figur kehrt verändert zurück, bereit, das Erlernte in die alte Welt zu integrieren.

Antagonistische Kräfte

Konflikte machen ein spannendes Buch aus. Antagonistische Kräfte können in Form von Figuren, Umständen oder inneren Konflikten auftreten. Beim Krimi schreiben kann der Antagonist oder die Antagonistin durch eine unsichtbare Gefahr bedroht werden, die den Spannungsbogen aufbaut. Denn wer fiebert nicht gerne mit?

Zeitdruck

Zeitdruck erhöht die Dramatik und hält Ihre Leserinnen und Leser in Atem. Ob es darum geht, ein entführtes Kind zu retten oder ein Ziel vor Ablauf der Zeit zu erreichen – Zeitdruck gibt Geschichten Dringlichkeit. Fürs Schreiben spannender Bücher ist dieses Element unverzichtbar.

Geheimnisse und Rätsel

Geheimnisse und Rätsel sind ebenfalls unabdingbar, wenn Sie die Geschichte bis zum Schluss spannend halten wollen und die Leserinnen und Leser an die Geschichte fesseln wollen. Verstecken Sie immer wieder kleine Hinweise, die sich beim Schreiben zu einem großen Ganzen zusammenfügen. So steigt die Spannung ständig weiter. Diese Technik ist besonders in Krimis und Thrillern verbreitet.

Symbole sind bildhafte Zeichen

Symbole geben Geschichten Tiefe, regen zum Nachdenken an und können ein Buch enorm aufwerten. Bekannte Beispiele sind der Ring in „Der Herr der Ringe“ oder die Narbe von „Harry Potter“.

Tipp: Ein spannendes Buch zu schreiben, erfordert Planung, Kreativität und Routine. Nutzen Sie ein Notizbuch, um Ideen zu sammeln, und lassen Sie das Plotten ausnahmsweise nicht weg.

Tipp 5: Entwickeln der Figuren

Die Entwicklung der Figuren ist ein wichtiger Punkt beim Schreiben eines Romans. Protagonistinnen und Gegenspielerinnen sind das Herzstück Ihrer Geschichte und sorgen dafür, dass die Handlung lebendig und spannend wird. 

Protagonistinnen und Protagonisten – die Hauptfiguren der Geschichte

Die Protagonistinnen und Protagonisten tragen die Handlung und stehen im Mittelpunkt des Geschehens. Um ein spannendes Buch zu schreiben, sollten Sie diese Figuren mit Tiefe, kleinen Macken und Fehlern und einem klaren Ziel ausgestalten.

  • Innere Konflikte: Figuren werden lebendig, wenn sie innere Zweifel oder Schwächen zeigen. Diese geben der Geschichte emotionalen Tiefgang und machen die Hauptfigur greifbar.
  • Entwicklung: Ein spannender Roman zeigt, wie sich die Protagonistinnen und Protagonisten im Laufe der Handlung verändern. Ob sie Ängste überwinden oder persönliche Ziele erreichen, diese Entwicklung füllt das Buch mit Leben.
  • Ziele und Motivation: Legen Sie fest, was die Figur antreibt. Jede Handlung der Hauptfigur sollte auf ein Ziel ausgerichtet sein, sei es, ein Geheimnis zu lösen, ein Ziel zu erreichen oder das eigene Leben zu leben.

Gegenspielerinnen und Gegenspieler – die antagonistischen Kräfte

Dann gibt es noch die Gegenspielerinnen und Gegenspieler. Die Antagonistin oder der Antagonist. Sie sind es, die die Hauptfiguren herausfordern, für Spannung sorgen und zu Konflikten beitragen. 

  • Komplexität: Auch hier sollten nachvollziehbare Motive für deren Charakter und Handeln beschrieben werden. Sie sind interessanter, wenn sie nicht einfach „böse“ sind, sondern aus ihrer Sicht handeln, um ein Ziel zu erreichen.
  • Kraftverhältnis: Der Gegenspieler / die Gegenspielerin sollte eine ernsthafte Bedrohung für die Hauptfigur darstellen, ohne dabei übermächtig zu wirken. Das Gleichgewicht der Kräfte trägt dazu bei, die Spannung aufrechtzuerhalten.

Nebenfiguren – Unterstützende Rollen

Nebenfiguren sind ebenfalls wichtig, um die Geschichte in einem Buch Schritt für Schritt voranzutreiben. Sie können die beiden anderen Parteien jeweils unterstützen.

  • Persönlichkeit: Jede Nebenfigur sollte eine eigene Stimme und klare Charakterzüge haben. Dies hilft, sie von den Hauptfiguren abzugrenzen.
  • Relevanz: Vermeiden Sie Figuren, die keinen klaren Zweck erfüllen und nichts zur Geschichte beitragen.

Techniken zur Figurenentwicklung

Viele Autorinnen und Autoren schreiben kleine Steckbriefe für jede Ihrer Figuren, damit sie lebendiger und greifbarer werden – und so als reale Gestalten ins Buch eingebunden werden können. 

Weitere wertvolle Tipps zur Figurenentwicklung: 

  • Dialoge: Gut geschriebene Dialoge können viel über die Persönlichkeit und Motivation einer Figur verraten.
  • Szenen ausarbeiten: Bevor Sie den gesamten Roman schreiben, lassen Sie Ihre Figuren in kurzen Szenen agieren. Dies hilft Ihnen, ihre Stimmen und Verhaltensweisen zu verstehen.
  • Fragen stellen: Überlegen Sie, wie Ihre Figuren in bestimmten Situationen reagieren würden. Diese Methode hilft, glaubwürdige und konsistente Charaktere zu entwickeln.

Tipp 6: Die Zeitstufen

Die Wahl der Zeitstufen darf beim Schreiben des eigenen Buchs nicht fehlen.

Wichtig: Jede grammatikalische Zeitstufe hat ihre eigenen Vorzüge und hilft, den roten Faden in der Handlung zu bewahren und das belletristische Werk mit Leben zu füllen. 

Präteritum: Unvollendete Vergangenheit

Das Präteritum ist die gängigste Erzählzeit in der Belletristik. Es erlaubt eine klare, fließende Darstellung der Handlung und bietet genug Raum, um die Geschichte mit Leben zu füllen.

  • Eigenschaften: Diese Zeitform wirkt neutral und lässt Ereignisse wie Erzählungen aus der Vergangenheit erscheinen.
  • Verwendung: Besonders geeignet für lange Handlungsstränge und Rückblicke.
  • Beispiel: „Der Protagonist suchte fieberhaft nach Hinweisen, während die Zeit gegen ihn arbeitete.“

Präsens: Gegenwart

Das Präsens wählen Sie, wenn sie die Leserin oder den Leser direkt in das Geschehen hineinziehen wollen.

  • Eigenschaften: Das Präsens erzeugt Dringlichkeit und lässt die Geschichte in Echtzeit ablaufen.
  • Beispiel: „Sie tritt leise in den Raum und spürt die kühle Luft, die sie umgibt.“

Plusquamperfekt: Rückblenden und vollendete Vergangenheit

Das Plusquamperfekt hilft, Rückblenden nahtlos in die Haupthandlung einzufügen. Es ist gut für längere Geschichten mit mehreren, zeitlich versetzten Handlungssträngen. 

  • Eigenschaften: Diese Zeitstufe erklärt Ereignisse, die vor der aktuellen Handlung stattfanden, ohne den roten Faden zu verlieren.
  • Verwendung: Wichtig für Hintergrundinformationen oder Motivationen der Figuren.
  • Beispiel: „Er hatte die Notiz schon vor Tagen gefunden, aber erst jetzt verstand er deren Inhalt.“

Zeitstufen in Dialogen

Dialoge folgen oft einer anderen grammatikalischen Logik als die Haupterzählung. Präsens und Präteritum werden hier häufig miteinander kombiniert, um Natürlichkeit zu erzeugen.

  • Eigenschaften: Die Zeitform in Dialogen hängt stark von der Dynamik und dem Zweck der Szene ab.
  • Beispiel: „Ich dachte, du wärst gestern in der Bibliothek gewesen“, sagte sie.

Tipp 7: Den ersten Satz schreiben und die Leserin oder den Leser erreichen

Der erste Satz ist der Einstieg in die Welt, die Sie mit Ihrem Buch erschaffen wollen. Er muss weder spektakulär noch außergewöhnlich sein, sondern den Ton der Geschichte treffen. Und: Ein guter Anfang ist kein Zufall, sondern das Ergebnis von Planung und Überarbeitung.

Eigenschaften eines gelungenen ersten Satzes:

  • Fokus auf den Kern der Geschichte: Der erste Satz sollte ein Gefühl für das Genre und die Atmosphäre vermitteln. Er zeigt, was die Leserinnen und Leser erwartet und schafft eine Verbindung zum Plot der gesamten Geschichte.
  • Einprägsam und klar: Eine einfache, prägnante Formulierung erleichtert den Einstieg und macht neugierig, ohne zu viel zu verraten.
  • Passend zur Perspektive: Ob Sie in der Ich-Perspektive oder auktorial erzählen, der Ton muss direkt auf das Publikum wirken.

Beispiele für erste Sätze:

  • „Es war ein klarer Tag, doch die Luft hing voller unausgesprochener Worte.“ – ein Auftakt, der Emotionen andeutet.
  • „Die Uhr schlug Mitternacht, als ich begann, die Wahrheit aufzuschreiben.“
  • „Er hatte genau 24 Stunden, um alles zu ändern, und keine Ahnung, wie er es schaffen sollte.“
  • „Das Geräusch von brechendem Glas war das Letzte, was sie hörte, bevor die Dunkelheit sie verschluckte.“
  • „Wenn es nach ihm ging, würde die Wahrheit niemals ans Licht kommen.“
  • „Niemand in der Stadt sprach jemals über die Nacht, in der alles begann.“
  • „Die Luft war kalt und still, als er das Messer in der Hand hielt.“
  • „Man sagte ihm, das Böse sei nur ein Märchen – doch er wusste es besser.“

Tipp 8: Der Schreibprozess – erzählen Sie lebendig und anschaulich

Ein gut strukturierter Schreibprozess hilft, dass am Ende ein spannendes und anschauliches Buch entsteht. Regelmäßigkeit und klare Ziele sind dabei besonders wichtig.

Eigenschaften des Schreibprozesses:

  • Festgelegte Routine: Eine feste Schreibzeit hilft, sich auf das Projekt zu fokussieren. Ob morgens oder abends – eine konsistente Gewohnheit macht den Unterschied.
  • Schreibumgebung: Ein ruhiger und inspirierender Ort unterstützt die Konzentration. Minimieren Sie Ablenkungen, um im Schreibfluss zu bleiben.
  • Klare Ziele: Setzen Sie sich Etappen. Nehmen Sie sich zum Beispiel vor, täglich 500 Wörter zu schreiben. So bleibt die Motivation erhalten.
  • Regelmäßige Pausen: Kleine Unterbrechungen fördern die Kreativität. Ein kurzer Spaziergang oder eine Tasse Tee helfen, den Kopf freizubekommen.

Beispiele für Techniken zur Textüberarbeitung:

  • Dialoge kürzen: Lange Dialoge wirken oft träge. Kürzen Sie die Sätze auf das Wesentliche, wenn Sie ein spannendes Buch schreiben wollen.
  • Anschauliche Beschreibungen: Bildhafte Details lassen Szenen lebendig werden. Beschreiben Sie nicht nur, was passiert, sondern wie es sich anfühlt.
  • Plotten: Entwickeln Sie vorab eine grobe Struktur der Handlung. Diese dient als Leitfaden und hilft, beim Schreiben von längeren Kapiteln oder Handlungssträngen, den roten Faden nicht zu verlieren.

Tipp 9: Buchprojekt überarbeiten und Lektorat

Die Überarbeitung ist ein weiterer wichtiger Punkt im Schreibprozess eines Romans oder Buchs. Sie beginnt, sobald der erste Entwurf abgeschlossen ist, und verfolgt das Ziel, Ihr Werk zu verfeinern und zu verbessern.

Eigenschaften der Überarbeitung:

  • Sprachliche Präzision: Die Überarbeitung konzentriert sich auf klare Formulierungen und eine konsistente Sprache. Wiederholungen und unnötige Füllwörter werden eliminiert.
  • Logische Struktur: Die Kapitelabfolge wird überprüft, um sicherzustellen, dass die Handlung konsistent läuft.
  • Stilistische Anpassungen: Der Schreibstil wird so bearbeitet, dass er die Geschichte unterstützt und die Leserschaft anspricht.

Anwendungsbereiche der Überarbeitung:

  • Fehlerkorrektur: Rechtschreib- und Grammatikfehler werden identifiziert und korrigiert. Diese Aufgabe wird oft einem Lektorat übergeben.
  • Inhaltliche Konsistenz: Die Überarbeitung sorgt dafür, dass Figuren konsistent handeln und alles logisch aufeinander aufgebaut ist.
  • Spannungskurve: Szenen werden angepasst, um die Spannung aufrechtzuerhalten und die Lesedynamik zu verbessern.

Tipp 10: Der ideale Buchtitel

Ein Buchtitel ist nicht nur der Name eines Werkes, sondern auch sein Aushängeschild. Er vermittelt die Stimmung, den Kern der Geschichte und spricht Ihre Zielgruppe direkt an. Und gerade belletristische Werke leben von einem guten Titel.

Eigenschaften eines guten Buchtitels:

1.     Einzigartigkeit:
Der Titel sollte sich von anderen Werken im gleichen Genre abheben. Ein bereits verwendeter Titel kann außerdem rechtliche Probleme nach sich ziehen. Hier hilft eine Suche in der Deutschen Nationalbibliothek. Hier finden sich alle Publikationen in Schrift, Bild und Ton.

2.     Prägnanz:
Kurze und einprägsame Titel sind leichter zu merken.

3.     Stimmung und Genre:
Ein guter Titel spiegelt die Stimmung und das Genre wider.

4.     Neugier wecken:
Leserinnen und Leser sollen sich durch den Titel angesprochen fühlen. Ein gelungener Titel lässt Fragen offen, die nur das Buch beantworten kann.

Beispiele für gelungene Buchtitel:

  • Der Schatten des Windes: Dieser Titel suggeriert eine mystische, spannende Geschichte.
  • Der kleine Prinz: Kurz, einprägsam und emotional.
  • Der Herr der Ringe: Das Genre wird sofort klar, und der Titel weckt Neugier.

Die Rolle der Keywords:

Für die bessere Auffindbarkeit eines Buches in Online-Shops und Suchmaschinen sollten außerdem auch wichtig Keywords im Titel verwendet werden. 

Tipps zur Titelentwicklung:

  1. Schreiben Sie Ideen in einem Notizbuch auf. Lass Sie die Vorschläge reifen.
  2. Teste Sie verschiedene Titel.
  3. Überprüfen Sie, ob der Titel bereits existiert.
  4. Achten Sie darauf, dass der Titel zum Genre passt.

Tipp 11: So entsteht ein überzeugender Umschlagtext

Der Umschlagtext ist eine weitere Visitenkarte eines Buches. Leserinnen und Leser entscheiden oft anhand weniger Sätze, ob sie ein Buch kaufen oder es wieder zurück ins Regal stellen. Deshalb ist ein motivierender Klappentext unverzichtbar – er weckt Neugier, gibt einen Einblick in die Geschichte und lädt zum Weiterlesen ein. Er gehört zum Schreiben wie die Handlung selbst. Da er verhältnismäßig schwer zu schreiben ist, sehen ihn viele Schriftstellerinnen und Schriftsteller als letzten Feinschliff an, wenn das Buch fertig ist.

Eigenschaften eines gelungenen Umschlagtextes:

1.     Spannung aufbauen:
Der Text soll in wenigen Zeilen in die Welt des Romans einführen. Dabei darf aber nicht zu viel verraten werden.

2.     Zielgruppe ansprechen:
Der Umschlagtext muss klar zeigen, für wen das Buch geschrieben wurde.

3.     Kurz und prägnant bleiben:
Lange, verschachtelte Sätze schrecken ab. Der Fokus sollte auf der Neugierde der Leserschaft liegen. Zum Beispiel: „Was würdest du tun, wenn dein ganzes Leben eine Lüge wäre?“

Aufbau eines Umschlagtextes:

1.     Einleitung:
Beginnen Sie mit einer eindringlichen Frage oder einem packenden Satz, der den Kern des Buches aufgreift. Wählen Sie beispielsweise einen Satz, der die Hauptkonflikte oder die Stimmung des Buches beschreibt.

2.     Inhaltliche Vorschau:
Geben Sie einen kurzen Einblick in die Handlung, ohne dabei das Ende zu verraten. Der Text sollte neugierig machen und zum Weiterlesen animieren.

3.     Abschluss:
Enden Sie mit einer Frage oder einem Satz, der die Spannung aufrechterhält.

Ein Beispiel für einen überzeugenden Umschlagtext:

„Ein kleines Dorf am Rande der Welt. Ein dunkles Geheimnis, das nie ans Licht kommen sollte. Als die junge Clara unerwartet in das Haus ihrer Großmutter zieht, ahnt sie nicht, dass sie Teil eines gefährlichen Spiels werden sollte. Wird sie die Wahrheit entdecken – oder daran zerbrechen?“

Tipp 12: Buch veröffentlichen

Ein Roman oder ein Märchen ist mehr als eine Geschichte – dahinter steckt immer eine Botschaft, die die Leserinnen und Leser erreichen soll. Die Wahl des Veröffentlichungsweges spielt dabei eine große Rolle. Es gibt zwei Möglichkeiten: den klassischen Verlag oder das Selfpublishing.

Die wichtigsten Tipps zum klassischen Verlagsweg

  • Bewerbung und Auswahl: Es muss ein Manuskript als Bewerbung eingesendet werden. Dies muss den genauen Vorgaben des Verlags entsprechen. Die Infos dazu finden Sie auf der jeweiligen Homepage.
  • Unterstützung durch den Verlag: Nach erfolgreicher Überprüfung und eventuellen Aufnahme in das Portfolio werden Lektorat, Design und Druck übernommen. Der Vertrieb muss mittlerweile oft selbst getragen werden. Gerade bei Erstlingswerken wäre der finanzielle Aufwand für einen Verlag zu groß.
  • Gestaltungsfreiheit: Titel, Cover und manchmal der Inhalt werden vom Verlag festgelegt.
  • Kosten: Traditionelle Verlage übernehmen in der Regel die gesamten Kosten für Lektorat, Korrektorat, Covergestaltung, Druck und Vertrieb. Sie tragen somit das finanzielle Risiko der Veröffentlichung. Im Gegenzug erhalten Autoren meist zwischen 5 % und 8 % des Verkaufspreises als Honorar.

Es gibt jedoch auch sogenannte Druckkostenzuschussverlage oder Selbstkostenverlage, bei denen Sie einen Teil der Kosten selbst tragen müssen. In solchen Fällen können Sie verpflichtet werden, eine bestimmte Anzahl der Bücher im Voraus zu erwerben oder für Dienstleistungen wie Lektorat und Marketing zu bezahlen. Die Kosten können schnell mehrere tausend Euro betragen. 

Die wichtigsten Tipps zum Selfpublishing

  • Selbstbestimmung: Sie haben die volle Kontrolle über Titel, Cover und Inhalt.
  • Kosten und Risiko: Die Finanzierung für einen Lektor sowie den Druck übernehmen Sie selbst. Die unterschiedlichen Anbieter haben mittlerweile aber auch eine große Serviceleistung. Diese hilft mitunter beim Schreiben und zu veröffentlichen.
  • Zeit: Die Veröffentlichung des fertigen Buchs kann innerhalb weniger Wochen abgeschlossen werden.
  • Vermarktung: Sie müssen das Buch selbst vermarkten, etwa in Ihrem Newsletter oder auf Social Media. Manche Anbieter haben aber Kooperationen mit dem Buchhandel. So kann Ihr Buch mitunter auch in einem Geschäft gekauft werden.
  • Margen: Die Margen sind höher als beim Verlag. Außerdem können Sie die Höhe des Verkaufspreises selbst festlegen.
  • E-Book: Sie können zu Ihrem Buchprojekt noch ein E-Book erstellen lassen.

Brauchen Sie Hilfe beim Schreiben und Veröffentlichen? Oder haben Sie den Traum vom eigenen Buch und wissen nicht, wie Sie ihn umsetzen können? Gerne unterstütze ich Sie bei sämtlichen Fragen rund ums Thema Schreiben, Ideenfindung, Umsetzung und Veröffentlichung. Und wenn Sie gerne ein Buch schreiben lassen möchten, bin ich auch die richtige Ansprechpartnerin für sie. 


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