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Buch schreiben, Ghostwriter, Marketing

Darum schreibe ich Ihnen keinen Text für 1,5 Cent/Wort

Keine Frage: Das Leben wird immer teurer. Daher ist es auch nicht verwerflich, sich bei der Beauftragung einer Dienstleistung nach günstigen Angeboten umzusehen. Doch alles hat seine Grenzen. Wer erwartet, einen gut recherchierten Text, der noch dazu gut lesbar ist, für 1,5 Cent/Wort zu bekommen, der wird jetzt ziemlich hart auf den Boden der Tatsachen aufschlagen.

Darum sind meine Preise so, wie sie sind

Jeder im Leben muss bestimmte monatliche Ausgaben bestreiten. Neben Krankenkasse und Versicherungen sind es die Lebensmittel und allgemeine Dinge des täglichen Bedarfs. Ab und an kommt dann noch etwas hinzu, dass sich Freizeit nennt. Hierzu gehört meiner Meinung nach auch das gemütliche Eisessen in einem Eiscafé.

Das Geld für all das muss sich jeder redlich verdienen. Leider hat sich bei vielen Unternehmen offensichtlich noch nicht herumgesprochen, dass das „monatliche Gehalt“ eines Freelancers nicht mit dem eines Festangestellten verglichen werden kann.

Diese Kosten trägt ein Selbstständiger

Während bei Angestellten bei den Krankenkassen- und Sozialversicherungsbeiträgen immer noch das Unternehmen einen Teil der Kosten übernimmt, trägt diese ein Selbstständiger, Mann wie Frau, selbst in ganzer Höhe. Außer es gelingt die Aufnahme in die KSK (Künstlersozialkasse), dann wird ein Teil davon vom Bund übernommen. Warum dann keine Texte für 1,5 Cent/Wort möglich sind, wenn der Bund einen Teil der Krankenkassenkosten trägt, dazu komme ich gleich. Generell haben Freelancer neben den allgemeinen Lebenshaltungskosten diese Ausgaben allein zu tragen:

  • Krankenversicherung
  • Pflegeversicherung
  • Rentenversicherung
  • Berufshaftpflichtversicherung
  • Arbeitsunfähigkeitsversicherung (schließlich gibt es keinen AG, der bei Krankheit weiterzahlt).

1,5 Cent/Wort: nicht mit meinen Ausgaben

Legen wir einmal die Karten auf den Tisch. Ich zahle derzeit monatlich:

An die Krankenkasse 375,64 Euro. Für jedes Jahr wird, nach der Schätzung meiner Auftragslage, der Betrag neu berechnet. So lag er beispielsweise 2022 bei 418,55 Euro.

Dazu kommen diverse Softwarelizenzen, die ich für meine Arbeit benötige. Da wäre beispielsweise:

  • Microsoft Office (69,00 Euro/Jahr; macht 5,75 Euro/Monat).
  • Die Buchhaltungssoftware (6,52 Euro/Monat)
  • Ausgaben für den Steuerberater, je nach Leistung unterschiedlich.
  • Die monatliche Vorsteuer (160 Euro/Monat)
  • Anbindung an Datev Unternehmen online (11 Euro/Monat).

Zusammen sind das 558,91 Euro monatlich Fixausgaben. Selbstverständlich ist das noch nicht alles. So fehlen in der Aufstellung sämtliche Privatausgaben wie Kfz-Versicherung und Kfz-Steuer, Miete etc. Jedoch ist die Übersicht ausreichend, um zu verstehen, dass 1,5 Cent Wortpreis keine realistische Bezahlung ist.

Warum sind 1,5 Cent/Wort unrealistisch?

Gerade hier wundert es mich immer, wie sehr die profitablen Firmen das Rechnen verlernen, wenn es nicht um ihre eigenen monetären Angelegenheiten geht.

Um allein meine Fixausgaben von 558,91 Euro monatlich mit 1,5 Cent pro Wort decken zu können, muss ich rund 37.261 Wörter im Monat schreiben!

Klingt nicht viel, oder? Schließlich sind das auf den Arbeitstag heruntergebrochen, ausgehend von 20 Tagen im Monat, nur 1863 Wörter. Ein Klacks, oder! Vor allem mit Chat GPT, richtig?

Okay, dann rechnen wir einmal weiter: Um nun auf Einnahmen von respektive 2.500 Euro im Monat zu kommen, wären das 166.666,66 Wörter. Also 8.333 Wörter am Tag.

Ein Ding der Unmöglichkeit!

Ausgehend von einer durchschnittlichen Geschwindigkeit einer professionellen Schreibkraft, die bei 65 bis 70 WPM (Wörter pro Minute liegt) sind das:

8 Stunden (480 Minuten): 31.200 bis 33.600 Wörter durchgängiges Schreiben ohne Pause!

Übrigens: Meine WPM liegt bei 56, mit Bedenkzeit.

Akkordarbeit für 1,5 Cent/Wort

Mit anderen Worten: Möchte jemand mit 1,5 Cent pro Wort sein Leben bestreiten, reich wird damit sicher niemand, wäre das Arbeit im Akkord. Also entweder nur Copy & Paste, Abschreiben oder Chat GPT. Nicht enthalten darin sind:

  • Faktencheck
  • Datenrecherche
  • Rechtschreib- und Grammatikprüfung
  • Stil

Leider spiegelt sich genau das oft in den Texten günstiger Anbieter wider. Das ist aber alles andere als mein persönlicher Anspruch. Ich möchte Texte, die sich flüssig lesen lassen, korrekt formuliert und informativ sind und nicht immer nur den gleichen Einheitsbrei wiederholen, wie er schon auf 10.000 anderen Seiten zu finden ist. Natürlich ist das, je nach Thema, nicht immer möglich.

Kreativität, Stil und Recherche haben ihren Preis

Aus diesem Grund kann ich meine Arbeit aber nicht günstiger anbieten, als sie eh schon ist. Ich befinde mich mit meinen Preisen bereits im unteren Bereich. Zahlreiche andere meiner Branche fangen nicht unter 10 Cent/Wort an.

Damit ich aber von meiner Arbeit leben kann und Ihnen gute Texte liefern kann, muss ich ein gewisses Level einhalten. Und jeder Unternehmer, der bisher nur bereits war, 1,5 Cent pro Wort zu zahlen, sollte sich einmal die Frage stellen, ob er bereit wäre, für einen derartigen Dumpinglohn zu arbeiten?

Übrigens: 2,5 Cent pro Wort sind unwesentlich besser!

Und wenn dann Aussagen kommen wie: „Mit freiberuflichen Textern haben wir nur schlechte Erfahrungen gemacht, was Rechtschreibung, Stil und Kreativität anbelangt“, der sollte sich vielleicht einmal selbst an die Nase fassen und sich fragen, ob es sich hier um „Billigtexte“ handelte oder um Texte, die auch angemessen entlohnt wurden?

Und alle Ghostwriter, Texter und Co., die sagen, dass sie von 1,5 Cent pro Wort leben können, denen sei gesagt: Seid endlich ehrlich zu euch selbst und auch zur gesamten Branche!


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