Verwenden Sie in Ihrem Unternehmen eine gendergerechte Sprache? Haben Sie eine festgelegte Unternehmenssprache, in der Begriffe wie „Interessent*innen“, „Kund_innen“, „Mitarbeiter:innen“, „Mitarbeitende“ oder „Mitarbeiter“ vorgegeben sind?
Es spielt keine Rolle, ob Sie persönlich für oder gegen die Verwendung von gendergerechter Sprache sind. Wenn Ihr Unternehmen klare Richtlinien hat, müssen Sie diese bei Marketingtexten, Newslettern oder E-Mails umsetzen. Wie Sie dabei richtig gendern, erfahren Sie hier.
Richtig Gendern: wertvolle Tipps
Es geht hier nicht um die grundlegende Frage „Gendergerecht formulieren oder nicht“ oder um die verschiedenen Arten der gendergerechten Formulierungen. Vielmehr geht es mir einzig und allein darum, wie Sie grammatisch richtige Texte erstellen können.
1. Zusammensetzungen oder Adjektive
Hat Ihr Unternehmen bestimmte Genderrichtlinien wie Sternchen, Doppelpunkte, Schrägstriche oder Unterstriche festgelegt? Dann müssen Sie das auch bei zusammengesetzten Substantiven einhalten, etwa beim „Kundenservice“, „Teilnehmerfeedback“, „Expertenwissen“. Gleiches gilt für Adjektive „kundenfreundlich“, „lesergerecht“. Korrekt ist also:
- „kund:innenfreundlich“, „leser*innengerecht“
- „KundInnenservice“, Teilnehmer_innenfeedback“
- „Expert/-innenwissen“
2. Pronomen, Artikel, Adjektive
Denken Sie bei Pronomen, Artikeln und Adjektiven daran, diese mit den richtigen Sonderzeichen zu versehen:
- „Ein:e Kolleg:in wird Ihre Anfrage sofort bearbeiten.“
- „Unser:e Spezialist:in ist direkt für Sie erreichbar.“
- „Sie*Er hat einen Termin für eine Beratung am 10. Juli um 14 Uhr frei.“
3. Möglichst den Plural verwenden
Sie sehen: Bei Sätzen im Singular müssen Sie bei einer korrekten Anwendung der Genderschreibweise unzählige Anpassungen vornehmen. Einfacher wird es bei der Verwendung des Plurals.
- „Wir bieten allen neuen Kund:innen kostenlose Erstberatungen an.“
- „Unser Team kümmert sich um Ihre Anfragen.“
- „Unsere Kolleg:innen sind sofort zur Stelle, um Ihnen zu helfen.“
- „Wir haben am 3. März um 10 Uhr einen Termin für ein Beratungsgespräch frei.“
Ein weiterer Vorteil: Im Plural können Sie Personenbezeichnungen mit unterschiedlichen femininen und maskulinen Wortstämmen problemlos mit Genderstern und ähnlichen Formen verwenden. Wörter wie „Arzt“, „Rechtsanwalt“ oder „Koch“ und „Ärztin“, „Rechtsanwältin“ und „Köchin“ stellen im Singular eine Herausforderung dar, nicht jedoch im Plural.
4. Neutrale Pluralformen verwenden
Übrigens: Mit den neutralen Pluralformen gelingt Ihnen das Gendern problemlos. Zu den neutralen Pluralformen gehören beispielsweise:
- Die Angestellten
- Die Arbeitenden
- Die Teilnehmenden
- Die Eingeladenen
- Die Studierenden
- Die Reisenden
5. Neutrale Begriffe
Noch einfacher ist es, wenn neutrale Begriffe verwendet werden.
- Der Gast
- Die Person
- Der Fan
- Der Mensch
- Das Team
6. Das Wörtchen „man“
Grammatisch richtig gendern … Wie ist das dann mit dem Wörtchen man? Der Duden schreibt hier zu dessen Herkunft: Mittelhochdeutsch, althochdeutsch für Mann, eigentlich = irgendeiner, jeder beliebige Mensch. Zugleich bezeichnet dieses Adverb eine Personengruppe, eine Person oder allgemein Leute. Je nachdem, ob Sie das Wort nun als neutral ansehen oder dahinter eine männliche Person assoziieren, können Sie es verwenden oder nicht.
Ein kleiner Tipp am Rande:
Die indirekte Ansprache „man“ wirkt stilistisch wenig elegant und umgangssprachlich. Statt: „Wenn man hart arbeitet, kann man seine Ziele erreichen“ schreiben Sie „Wer hart arbeitet, kann seine Ziele erreichen“. Besser, oder?
7. Grammatische Unschärfen
Nicht immer sind die gegenderten Worte grammatikalisch korrekt. So müsste beispielsweise kund:innenfreundlich, das sowohl Kunden und Kundinnen ansprechen soll, korrekt geschrieben lauten: „kund*en*innenfreundlich“. Um die Lesbarkeit eines Textes nicht zu verschlechtern, wird über eine derartige Unschärfe jedoch hinweggesehen.
8. Richtig gendern mit Passiv oder Infinitiv
Manchmal kann eine Umschreibung mit Passiv oder Infinitiv helfen, eine gendergerechte Formulierung zu finden, z. B. „Es wird empfohlen, den Antrag frühzeitig einzureichen“.
Statt „Der Kunde sollte sein Konto regelmäßig überprüfen“ könnte hier stehen: „Das Konto sollte regelmäßig überprüft werden“ oder „Es wird empfohlen, das Konto regelmäßig zu überprüfen“.
Anstelle von „Der Nutzer kann die Einstellungen in seinem Profil ändern“ könnte der Satz lauten: „Die Einstellungen können im Profil geändert werden“ oder „Es besteht die Möglichkeit, die Einstellungen im Profil zu ändern“.
Sie sehen, es ist mitunter gar nicht so schwer, grammatisch richtig zu gendern. Und wie heißt es so schön: Übung macht den Meister.

Als Senior Texterin und Senior Copywriterin schreibe ich SEO-optimierte Texte für Unternehmen verschiedener Branchen. Außerdem biete ich extra SEO Schulungen und Texter-Schulungen an (SEO Beratung). In meiner Freizeit schreibe ich natürlich auch, bevorzugt Kinderbücher. Und wenn ich nicht am Schreibtisch sitze, genieße ich das Wandern in meiner Heimat, dem Bayerischen Wald.