Wie schreibt man einen Slogan? Tipps und Tricks
Marketing

6 Tipps zum Slogan schreiben – einprägsame und verkaufsstarke Werbeslogans mit diesen Merkmalen

„Lindsey, fahr den andern da Vonn!“ Diesen Spruch präsentierte am Montag beim Super G der Damen in Garmisch ein kleines Mädchen auf einem Pappschild. Einprägsam, aussagekräftig! Dieses Kind zeigt, dass das Slogan schreiben eigentlich ganz einfach ist.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Ein Slogan ist ein prägnanter Werbespruch, der eine Marke, ein Produkt oder eine Dienstleistung in wenigen Worten kommuniziert.
  • Gute Werbeslogans sind einprägsam, kreativ, emotional und klar auf die Zielgruppe ausgerichtet.
  • Es gibt verschiedene Arten von Slogans, darunter Differenzierungsslogans, Markenbekanntheit-Slogans und wertorientierte Slogans.
  • Ein Slogan unterscheidet sich vom Claim: Während ein Claim langfristig mit der Marke verbunden bleibt, wird ein Slogan oft kampagnenbezogen eingesetzt.
  • Erfolgreiche Slogans nutzen Storytelling, klare Sprache, kreative Wortspiele und emotionalen Bezug zur Zielgruppe.
  • Beim Slogan schreiben geht es um Klarheit, Zielgruppenansprache, Authentizität und Zeitlosigkeit.

Was ist ein Slogan? Definition

Ein Slogan ist ein prägnanter, oft einprägsamer Werbespruch oder eine kurze Phrase, die verwendet wird, um die Identität, Werte oder Botschaften einer Marke, eines Produkts oder einer Dienstleistung zu kommunizieren. Dabei zielt ein Slogan darauf ab, in wenigen Worten Aufmerksamkeit zu erregen, die Zielgruppe zu überzeugen und einen Markennamen im Gedächtnis der Kunden zu verankern. Gute Slogans sind ein zentraler Bestandteil des Brandings und tragen wesentlich dazu bei, das Markenimage zu stärken.

Der Begriff „Slogan“ selbst stammt aus dem Gälischen und leitet sich von „sluagh-ghairm“ ab, was „Kriegsschrei“ bedeutet. Ursprünglich wurden solche Schlachtrufe genutzt, um die Loyalität zu stärken und Gruppen zu mobilisieren.

Ab dem 19. Jahrhundert etablierte sich der Begriff aber verstärkt im Kontext der Werbung und fand Anwendung in diversen Werbekampagnen – um die Aufmerksamkeit der Kunden auf Produkte oder Dienstleistungen zu lenken.

Ein berühmtes Beispiel aus der frühen Werbegeschichte ist der Slogan „A Diamond is Forever“ von De Beers, der seit 1947 verwendet wird und die kulturelle Bedeutung von Diamanten als Symbol für ewige Liebe geprägt hat.

Was sind die Merkmale eines Werbeslogans?

Werbeslogans sind inzwischen zentrale Bestandteile von Marketing- und Branding-Strategien. Sie vermittelt in wenigen Worten die Botschaft, Identität oder Werte einer Marke und sorgen dafür, dass sich diese im Gedächtnis der Kundinnen und Kunden verankern. Ein erfolgreicher und guter Werbeslogan hat folgende Merkmale:

1. Hoher Wiedererkennungswert

Ein guter Slogan bleibt durch seine Eingängigkeit und Einfachheit besonders leicht im Gedächtnis. Beispiele wie „Just do it“ (Nike) oder „Wohnst du noch oder lebst du schon?“ (IKEA) zeigen, wie Unternehmen mit kurzen und prägnanten Formulierungen eine starke Assoziation schaffen können. Dabei wird die IKEA-Marke direkt mit der Werbebotschaft verknüpft, wodurch die Bekanntheit langfristig gesteigert wird.

2. Klarheit und Einfachheit

Ein Werbeslogan bringt die Botschaft auf den Punkt. Und das ganz ohne komplizierte sprachliche Strukturen. Er ist leicht zu verstehen und vermittelt die Kernidee der Marke oder Kampagne in wenigen Sekunden. „Bahn macht mobil“ ist ein gutes Beispiel für einen einfachen und direkt verständlichen Slogan.

3. Sprachliche Kreativität

Reime, Alliterationen und Wortspiele erhöhen die Eingängigkeit eines Slogans und sorgen dafür, dass sich ein Unternehmen von der Konkurrenz abheben kann. Richtig gute und eingängige Werbesprüche schaffen es dann sogar in die Alltagssprache. Sätze wie „Haribo macht Kinder froh“ oder „Vorsprung durch Technik“ (Audi) setzen erfolgreich auf sprachliche Stilmittel. Solche kreativen Ansätze unterstützen den Wiedererkennungswert, sind besonders leicht zu merken und geben dem Slogan seinen ganz eigenen Rhythmus und sprachlichen Klang.

4. Emotionalität und Storytelling

Ein Slogan spricht die Emotionen der Zielgruppe an und erzählt oft eine kleine Geschichte oder vermittelt ein Lebensgefühl. Dies hilft, eine tiefere Bindung zur Unternehmensmarke aufzubauen. Etwa wie mit  „Come in and find out“ (Douglas) oder „Red Bull verleiht Flügel“.

5. Bezug zur Markenidentität

Ein durchdachter Slogan reflektiert die Werte und Visionen einer Unternehmensmarke. Er ist ein fester Bestandteil des Brandings und unterstützt das Markenprofil. So unterstreicht „Vorsprung durch Technik“ Audis Fokus auf Innovation und technische Exzellenz. Der Slogan muss aber immer in die Gesamtstrategie des Unternehmens passen und den Markencharakter konsequent stärken.

6. Zielgruppenorientierung

Ein Werbeslogan richtet sich klar an die Zielgruppe und spricht deren Bedürfnisse, Wünsche oder Werte an. Erfolgreiche Werbeslogans haben es geschafft, die Aufmerksamkeit zu erregen und eine Verbindung zum Markennamen herzustellen. Eine Möglichkeit, wie das geht, zeigt der Satz: „Wohnst du noch oder lebst du schon?“ – er ist perfekt auf Menschen zugeschnitten, die ihr Zuhause gemütlicher gestalten möchten.

7. Flexibilität und Zeitlosigkeit

Ein perfekt geschriebener Slogan ist nicht nur temporär für eine Werbekampagne einsetzbar. Er ist langfristig nutzbar und kann für verschiedene Produkte oder eine Kampagne verwendet werden. 

8. Wettbewerbsfähigkeit

Ein Slogan hebt das Unternehmen oder das Produkt von der Konkurrenz ab, indem er die Unique Selling Points (USP) betont. Wie das geht, beweist „Red Bull verleiht Flügel“. Hier wird der Energieschub des Produkts in den Fokus gestellt und dadurch die Unternehmensmarke unverwechselbar.

9. Leichte Adaptierbarkeit

Wer einen Slogan schreibt, sollte darauf achten, dass sich dieser leicht in verschiedene Medien und Formate integrieren lässt. Ob als Teil einer Werbekampagne, auf Verpackungen oder im Online-Marketing – die Botschaft muss immer klar und konsistent bleiben. Ein Beispielsatz ist „Nike: Just do it“, das in Kombination mit dem Logo weltweit einheitlich funktioniert.

10. Eingängiger Aufbau

Der Aufbau eines guten Slogans folgt einfachen Prinzipien. Kurze Sätze, oft mit maximal fünf bis sieben Wörtern, erleichtern die Verständlichkeit. Einprägsame Wörter oder Phrasen erhöhen die Chance zusätzlich, dass der Slogan im Gedächtnis bleibt. „Guten Freunden gibt man ein Küsschen“ zeigt, wie effektiv dies sein kann.

Tipp: Achten Sie beim Slogan schreiben auf: zeitlose Ansprache, Ihre Zielgruppe, Bezug zur Marke

Unterschiedliche Arten von Slogans – erklärt an bekannten Beispielen

Slogans lassen sich in verschiedene Kategorien unterteilen, abhängig davon, welche Funktion sie für ein Unternehmen oder eine Brand erfüllen sollen. Ein guter Slogan kann informieren, differenzieren, Emotionen wecken oder die Markenbekanntheit steigern. Hier sind sechs Hauptarten von Slogans, erklärt anhand bekannter Werbebotschaften.

Wohnst du noch oder lebst du schon – Differenzierungsslogan

Dieser Slogan von IKEA ist ein Differenzierungsslogan. Mit der Frage wird ein Kontrast zwischen einfachem Wohnen und erfülltem Leben geschaffen. Der Werbesatz spricht direkt die Zielgruppe an und ruft dazu auf, die eigene Wohnsituation zu hinterfragen. Das Ziel ist es, IKEA nicht nur mit Möbeln, sondern mit einer besseren Lebensqualität zu verbinden. Durch die geschickte Formulierung bleibt der Slogan eingängig und hebt das schwedische Möbelhaus klar von anderen Möbelhändlern ab.

Haribo macht Kinder froh und Erwachsene ebenso – Markenbekanntheit-Slogan

Ein typischer Markenbekanntheit-Slogan, der durch einen einprägsamen Reim auffällt. Die rhythmische Struktur macht ihn leicht zu merken und verknüpft den Markennamen mit positiven Gefühlen wie Freude und Genuss. Solche Sätze sind ideal, um den Wiedererkennungswert zu erhöhen. Zusätzlich spricht dieser Slogan bewusst eine breite Zielgruppe an, von Kindern bis zu Erwachsenen, und stärkt das Markenimage. Solche werbewirksamen Reime helfen, im Gedächtnis zu bleiben.

Just do it – ergebnisorientierter Werbespruch

Der inzwischen berühmte Claim von Nike ist ein Paradebeispiel für einen anfänglich motivierenden, ergebnisorientierten Slogan. Er ruft dazu auf, aktiv zu werden und sich selbst zu überwinden. Mit nur drei Worten bringt das Unternehmen die Markenphilosophie auf den Punkt: Zielstrebigkeit und Erfolg. Start-ups, die eigene Slogans erstellen möchten, sollten sich genau daran orientieren: Eine klare Botschaft, kombiniert mit emotionaler Stärke.

Wichtig: Ursprünglich kampagnenbezogen gestartet, wurde dieser Satz zu einem dauerhaften Bestandteil der Markenidentität von Nike und repräsentiert die Unternehmensphilosophie.

Red Bull verleiht Flügel – wertorientierter Slogan

Dieser Spruch ist ein wertorientierter Slogan, der durch Storytelling besticht. Die Metapher „Flügel verleihen“ vermittelt Energie, Leistungsfähigkeit und die Möglichkeit, die eigenen Grenzen zu überschreiten. Er verbindet das Produkt direkt mit einem Lebensgefühl und stärkt den Markencharakter durch kreative und emotionale Ansprache. Ein solcher Spruch kann helfen, sich in einem wettbewerbsintensiven Markt zu behaupten.

Guten Freunden gibt man ein Küsschen – zielgruppenorientierter Slogan

Ferrero richtet sich mit diesem Satz direkt an eine bestimmte Zielgruppe: Menschen, die Freundschaften pflegen und Zuneigung ausdrücken möchten. Solche Slogans schaffen eine persönliche Verbindung zur Unternehmensmarke, indem sie gezielt eben auf diese Werte und Wünsche eingehen. Der Werbespruch signalisiert: Dieses Produkt ist für besondere Momente gedacht.

Die Bahn macht mobil – informativer Slogan

Dieser Satz erklärt klar und prägnant, was die Deutsche Bahn leistet: Mobilität. Informative Slogans sind perfekt, um Dienstleistungen oder Produkte vorzustellen und deren Nutzen zu betonen. Die einfache und direkte Botschaft sorgt dafür, dass die Bahn und ihre Intention auch verstanden werden.

Was ist der Unterschied zwischen einem Slogan und Claim?

Ein Werbespruch und ein Claim sind beides kurze, prägnante Aussagen, die im Branding eine zentrale Rolle spielen. Beide verfolgen das Ziel, das Markenimage im Gedächtnis zu verankern und eine Botschaft zu transportieren. Dennoch gibt es wesentliche Unterschiede in ihrer Funktion und ihrem Einsatz.

Der Claim

Ein Claim ist eine dauerhafte, übergeordnete Botschaft, die die Identität, Werte und Mission einer Brand kommuniziert. Er wird langfristig verwendet und wird auch dauerhaft mit dem Markennamen in Verbindung gebracht. Der Claim soll Vertrauen sowie einen Wiedererkennungswert schaffen.

Beispiel:

  • „Vorsprung durch Technik“ – Audi
    Dieser Claim unterstreicht Audis Fokus auf technologische Innovation und Qualität. Er ist zeitlos und spiegelt die Marke auf grundlegende Weise wider.

Eigenschaften eines Claims:

  • Langfristig angelegt
  • Eng mit der Markenidentität verbunden
  • Transportiert die Werte und Visionen der Unternehmensmarke
  • Soll potenziell den Markencharakter stärken

Der Slogan

Ein Slogan ist oft kürzerfristig angelegt und auf Werbekampagnen oder Produkte ausgerichtet. Er zielt darauf ab, eine bestimmte Botschaft zu transportieren, die zur aktuellen Marketingstrategie passt. Werbeslogans sind flexibel und können je nach Zielgruppe oder Kampagne angepasst werden.

Beispiel:

  • „Wohnst du noch oder lebst du schon?“ – IKEA
    Dieser Slogan hebt den Lebensstil-Aspekt von IKEA hervor und wurde gezielt für Marketingkampagnen eingesetzt, um Emotionen zu erzeugen.

Eigenschaften eines Slogans:

  • Kurzfristig oder kampagnenbezogen
  • Anpassbar an verschiedene Marketingziele
  • Betonung einzelner Aspekte eines Produkts oder einer Dienstleistung
  • Oft kreativer und emotionaler gestaltet

Wie unterscheidet sich Slogans und Taglines?

Ein Werbespruch ist eine temporäre, kampagnenbezogene Aussage, die gezielt darauf abzielt, ein Produkt oder eine Dienstleistung zu bewerben. Eine Tagline hingegen ist eine langfristige Aussage, die häufig als Ergänzung, etwa zum Logo dient. Sie beschreibt die Essenz der Unternehmensmarke und ist darauf ausgelegt, die Markenidentität zu stärken. Eine Tagline wird oft dauerhaft verwendet und ist weniger flexibel als ein Werbespruch. Taglines sind: 

  • BMW – Freude am Fahren
  • Apple – Think different
  • Nike: Just Do It
  • Disney Land: The happiest place on Earth

Storytelling beim Slogan schreiben – darauf kommt es an

Ein guter Werbeslogan erzählt also eine Geschichte und verknüpft die Werte und Botschaften eines Unternehmens und einer -marke mit Emotionen, die bei der Zielgruppe langfristig im Gedächtnis bleiben. Wenn es darum geht, einen eigenen Slogan zu schreiben, spielt also auch wieder das Storytelling eine große Rolle. 

6 Tipps zum Schreiben von einprägsamen Slogans 

1. Klarheit: Bringe die Botschaft auf den Punkt

Bevor Sie mit dem Slogan schreiben beginnen, fragen Sie sich:

  • Welche Botschaft soll der Werbesatz transportieren?
  • Was möchte ich bei meiner Zielgruppe erreichen?

Ein guter Satz bringt die Essenz Ihrer Marke auf den Punkt.

Beispiel: „Nur echt mit 52 Zähnen“ – Leibniz. Dieser bekannte Slogan hebt die Qualität und Einzigartigkeit des Produkts hervor.

2. Verstehen Sie Ihre Zielgruppe

Ein erfolgreicher Werbesatz spricht die Emotionen und Bedürfnisse Ihrer Zielgruppe an. Sie sollten den Slogan immer auf Ihre potenziellen Kunden zuschneiden. Fragen Sie:

  • Wer ist meine Zielgruppe, und was bewegt sie?
  • Spricht meine Zielgruppe auf Humor, Emotion oder Fakten an?

Beispiel: „Morgens halb zehn in Deutschland“ – Knoppers. Dieser Werbespruch verbindet das Produkt mit einem alltäglichen Szenario, das für viele Menschen relevant ist.

3. Slogan schreiben: Werden Sie kreativ

Einprägsame Werbesprüche verwenden oft Reime, Wortspiele oder Alliterationen. Diese Mittel wie Reime sorgen dafür, dass der Spruch nicht mehr aus dem Kopf verschwindet. Hier ist Brainstorming gefragt. Tools wie ChatGPT oder ein Slogan Generator können Ihnen bei der Ideenfindung helfen. Fragen Sie:

  • Wie kann ich einen erfolgreichen Werbeslogan kreativ und einprägsam formulieren?
  • Welche Worte schaffen es, mein Produkt oder meine Dienstleistung auf den Punkt zu bringen?
  • Wie erzeugen sie einen Wiedererkennungseffekt?

Beispiel: „Schmilzt im Mund, nicht in der Hand“ – M&M’s. Ein kreativer Vergleich, der ein besonderes Produkterlebnis vermittelt.

4. Bleiben Sie authentisch

Ein Werbeslogan muss zu Ihrer Unternehmensmarke passen. Authentizität schafft Vertrauen. Überlegen Sie:

  • Passt der Spruch zu meinem Markenkern?
  • Erzeugt er realistische Erwartungen?

Beispiel: „Weil wir Autos lieben“ – ATU. Dieser Werbesatz zeigt Leidenschaft für das Produkt und stärkt das Branding.

5. Testen Sie den Werbespruch

Bevor Sie den Spruch veröffentlichen, sollten Sie ihn testen. Holen Sie sich Feedback von Ihrer Zielgruppe ein.

  • Fragen Sie: Wird die Botschaft verstanden und bleibt sie im Gedächtnis?

6. Entwickeln Sie eine zeitlose Botschaft

Ein Werbespruch sollte langfristig wirken. Vermeiden Sie Begriffe, die schnell veralten, und schaffen Sie eine zeitlose Botschaft.

Beispiel: „Ich liebe es“ – McDonald’s. Dieser universelle Slogan bleibt aktuell, weil er einfache und positive Emotionen anspricht.

Haben Sie weitere Fragen oder brauchen Sie Unterstützung beim Schreiben von Slogans, die mit Ihrer Marke in Verbindung gebracht werden? Dann schreiben Sie mich direkt an