Ein Onboarding-Flow ist die geplante Abfolge aus Screens, Interaktionen und Texten, der neue Userinnen und User vom Einstieg bis zum ersten definierten Wertmoment leitet. Das Schreiben eines Onboarding-Flows beginnt mit einem Zielereignis, übersetzt dieses Ziel in wenige Voraussetzungen und beschreibt pro Schritt genau eine Handlung. Dabei steuert Microcopy die Erwartung, den Status und die Korrektur, damit jeder ohne Vorwissen die ersten Aufgaben abschließen kann.
Das Wichtigste in Kürze:
- Ein Onboarding-Flow beschreibt die ersten Schritte im Produkt bis zum ersten messbaren Wertmoment.
- Der Flow folgt einem Zielereignis und teilt die Strecke in wenige Schritte mit jeweils genau einer Aufgabe.
- Microcopy im Onboarding nutzt klare Verben, konsistente Begriffe und konkrete Erwartungen.
- Checklisten, Fortschrittsanzeigen und leere Zustände beschreiben Status und nächste Aktion.
- Die Qualität eines Flows wird über Abschlussrate, Drop-off pro Schritt, Zeit bis zum Wertmoment und Aktivierungsrate geprüft.
Was sind Onboarding-Flows?
Onboarding-Flows gehören zu Produkt- und Prozessdesign. Sie ordnen die ersten Interaktionen so, dass alle Nutzerinnen und Nutzer ohne Zusatzwissen eine konkrete Aufgabe erledigen können.
Ein Flow startet in der Regel immer an einem Einstiegspunkt wie einer Registrierung oder dem ersten Login. Es wird dabei nur der nötige Kontext abgefragt, ehe die erste geführte Handlung einsetzt. Der Flow endet dann an einem Ereignis, das den ersten Wertmoment markiert.
User Onboarding vs. Customer Onboarding
Im SaaS-Umfeld wird häufig zwischen User Onboarding und Customer Onboarding getrennt: User Onboarding beschreibt die Einführung für Test- oder Free-Plan-Nutzer. Customer Onboarding beschreibt die Einführung nach dem Kauf.
- Ein Welcome-Screen benennt den nächsten Schritt und vermeidet Floskeln ohne Inhalt.
- Eine Einstiegsfrage erfasst Rolle oder Ziel und steuert eine passende Route im Flow.
- Tooltips markieren genau eine Bedienhandlung und bleiben am Element verankert.
- Leere Zustände erklären den fehlenden Inhalt und nennen die erste Aktion.
Wo brauchen Sie Onboarding-Flows?
Onboarding-Flows sind sinnvoll, wenn der erste Nutzen nicht aus einem einzigen, selbsterklärenden Schritt entsteht. Relevante Auslöser sind Konto, Datenimport, mehrere Rollen oder ein Nutzen, der erst nach einem Setup sichtbar wird. Sinnvoll sind Onboarding-Flows daher bei:
Digitalen Produkten & Apps
- SaaS-Tools (z. B. Projektmanagement-Tools, CRM-Systeme, Analytics-Plattformen).
- Mobile Apps (z. B. Fitness-Apps, Banking-Apps, E-Commerce-Apps, Games).
Branchen mit starkem Onboarding-Fokus
- FinTech & Banking.
- HealthTech & MedTech.
- Customer-Experience-Tools, Support-Tools & Collaboration-Tools (z. B. Helpdesk-Systeme, Chat-Support, Team-Collaboration).
Interne Tools & B2B-Software
- Unternehmenssoftware (z. B. ERP-Systeme, HR-Software, Ticketing-Systeme, Wissensdatenbanken).
- Spezialisierte Branchenlösungen (z. B. Logistik-Software, Produktion-/Manufacturing-Software, Pharma-Systeme, Retail-Systeme).
Mitarbeiter-Onboarding
- HR-Onboarding-Prozesse und digitale Onboarding-Workflows (z. B. Dokumente, Zugänge, Hardware, Trainings, Einführungen).
- Organisationen mit hohen Compliance-/Regelanforderungen (z. B. Finance, Healthcare).
Wann brauchen Sie keine Onboarding-Flows?
Ein Onboarding-Flow ist entbehrlich, wenn die Kernfunktion direkt erkennbar ist.
- Es gibt kein Konto, keine Berechtigungen und keinen Datenimport.
- Die Oberfläche enthält nur eine Hauptansicht mit einer primären Aktion.
- Ein kurzer Hilfetext am Element deckt die ersten Fragen ab.
Was ist der Unterschied zwischen Onboarding-Flows und Onboarding Workflows?
Die Begriffe werden oft synonym verwendet. Tatsächlich beschreiben sie aber unterschiedliche Ebenen. Onboarding-Flows beziehen sich auf Nutzerführung im Interface, Onboarding-Workflows beziehen sich auf Prozessketten außerhalb des Interfaces.
Onboarding-Flows
Onboarding-Flows sind UI-Sequenzen aus Screens, Modals, Tooltips und Checklisten, die die Userinnen und User durch Interaktionen leiten.
- Der Fokus liegt auf Bedienhandlungen und Orientierung im Interface.
- Der Flow endet an einem Ereignis im Produkt, etwa „Erstes Projekt erstellt“.
- Der Text beschreibt die nächste Handlung, nicht die gesamte Produktlogik.

Onboarding Workflows
Onboarding-Workflows sind Prozessketten dahinter, mit Aufgaben, Zuständigkeiten, Freigaben und Systemschritten.
- Der Fokus liegt auf Aufgabenabfolge, Zuständigkeiten und Timing.
- Der Workflow endet an einem Status, etwa „Zugang erteilt“.
- Der Text beschreibt Regeln, Fristen und Übergaben zwischen Teams.
Wie die Begriffe verwendet werden
Im Produktkontext steht Onboarding häufig für den Weg zum ersten Wertmoment im Tool. Im HR- und Service-Kontext steht Onboarding häufig für die vollständige Prozessabwicklung bis zur Einsatzfähigkeit.
Beide Ebenen hängen zusammen: Ein Workflow definiert Voraussetzungen, ein Flow beschreibt die Bedienroute im Produkt.
Praktisches Beispiel: wie Onboarding Flows und Workflows aussehen
Das Beispiel trennt Interface-Führung und Prozesskette.
- Onboarding-Flow: Rolle wählen, drei Setup-Schritte ausführen, erste Kernhandlung abschließen.
- Onboarding-Workflow: Accounts anlegen, Rollen vergeben, Zugänge bereitstellen, Übergabe bestätigen.
Wie schreibe ich Onboarding-Flows?
Gerade wenn Sie eine App entwickeln oder eine Cloudtool schreiben, brauchen Sie gut formulierte Onboarding-Flows, die gezielt und verständlich durch den Prozess leiten. Deswegen beginnt die Arbeit mit der Definition der ersten sinnvollen Nutzung und endet mit Texten, die jeden Schritt eindeutig beschreiben.
Schritt 1: Ziel und Verlauf des Flows festlegen
Zuerst steht ein Zielereignis, das den ersten Wertmoment beschreibt. Im Produktmanagement steht dafür auch der Begriff Activation. Activation bezeichnet ein messbares Ereignis, das die erste erfolgreiche Nutzung einer Kernfunktion markiert.
- Ein CRM hat als Zielereignis den Zustand, dass ein erster Kontakt angelegt und einer Pipeline zugeordnet ist.
- Eine Buchhaltungssoftware hat als Zielereignis den Zustand, dass eine erste Rechnung erstellt und als PDF exportiert ist.
- Ein Kollaborationstool hat als Zielereignis den Zustand, dass eine erste Nachricht in einem Teamraum gesendet ist.
- Ein Projektmanagement-Tool hat als Zielereignis den Zustand, dass ein erstes Projekt angelegt und eine erste Aufgabe zugewiesen ist.
- Ein Analytics-Tool hat als Zielereignis den Zustand, dass ein Tracking integriert und ein erster Report mit Daten geladen ist.
- Eine HR-Plattform hat als Zielereignis den Zustand, dass ein erster Mitarbeiter angelegt und ein Onboarding-Task an IT ausgelöst ist.
Schritt 2: Inhalte der einzelnen Schritte festlegen
Jeder Schritt deckt genau eine Entscheidung oder Handlung ab, die als Voraussetzung für das Zielereignis gilt. Der Ablauf folgt dem Prinzip „zum ersten Erfolg führen“ statt „alle Funktionen zeigen“. Intercom beschreibt Onboarding als Weg zum ersten Wertmoment statt als Funktionsrundgang. Userflow beschreibt Checklisten und kurze Aufgabenfolgen als Standardmuster für den Einstieg.
- Kontext abfragen: „Wofür nutzen Sie das Tool?“ mit drei Optionen.
- Minimal Setup: Sie fragen nur Daten ab, die für die erste Handlung nötig sind.
- Erste Handlung: Sie führen eine konkrete Aktion im Produkt, etwa „Erste Aufgabe anlegen“.
- Reihenfolge: Sie setzen die erste „Win“-Aktion an den Anfang und halten die Liste kurz.
Beispiel-Flow für ein CRM (5 Schritte)
- Sie fragen zu Beginn den Anwendungsfall ab, damit der Nutzer eine passende Oberfläche sieht.
„Wofür nutzen Sie das CRM zuerst?“ → „Leads“, „Bestandskunden“, „Support“. - Sie lassen nur das Minimum einrichten, das für die erste Aktion notwendig ist.
„Wie heißt Ihr Unternehmen?“ und „Welche Währung nutzen Sie?“ stehen als Pflichtfelder, alles Weitere kommt später. - Sie führen zum ersten Kontakt, weil dies die Basis für fast alle CRM-Aktionen ist.
„Legen Sie jetzt Ihren ersten Kontakt an.“ - Sie führen direkt zur Pipeline-Zuordnung, weil das Zielereignis sonst nicht erreicht ist.
„Wählen Sie eine Pipeline und ordnen Sie den Kontakt zu.“ - Sie schließen mit einer klaren nächsten Aktion, die aus dem Zielereignis logisch folgt.
„Legen Sie als Nächstes einen Deal an, damit Sie den Vorgang verfolgen.“
Beispiel-Flow für Buchhaltung (6 Schritte)
- Sie klären die Rolle, damit die Begriffe passen.
„Was beschreibt Sie am besten?“ → „Selbstständig“, „Buchhaltung“, „Geschäftsführung“. - Sie setzen die Basisdaten, die für Rechnungen zwingend sind.
„Firma“, „Adresse“, „Steuernummer“ stehen als Pflicht, „Logo hochladen“ steht als optional. - Sie führen zum ersten Kunden, weil Rechnungen sonst nicht erstellt werden.
„Kunde anlegen“ steht als Schritt 1 der Checkliste. - Sie führen zur ersten Rechnungsposition, weil der Wertmoment an einer echten Rechnung hängt.
„Artikel hinzufügen“ steht als konkrete Aktion. - Sie führen zum Export, weil das Zielereignis „erstellt und exportiert“ lautet.
„Rechnung als PDF exportieren“ steht als finaler Schritt. - Sie setzen danach einen klaren nächsten Pfad, ohne den Flow aufzublasen.
„Zahlungseingang markieren“ steht als nächster Vorschlag, nicht als Pflicht.
Beispiel-Flow für Kollaboration (4 Schritte)
- Sie lassen Workspace und Teamraum anlegen, weil ohne Raum keine Aktion möglich ist.
„Teamraum erstellen“ steht als erster Schritt. - Sie lassen eine erste Nachricht senden, weil das die Kernfunktion ist.
„Schreiben Sie eine kurze Nachricht in den Teamraum.“ - Sie lassen eine Person einladen, weil Kollaboration allein keinen Nutzen hat.
„Laden Sie eine Kollegin oder einen Kollegen ein.“ - Sie setzen einen kleinen Abschluss, der das Zielereignis eindeutig markiert.
„Erste Nachricht gesendet“ steht als Haken in der Checkliste.
Schritt 3: Texte (Microcopy) schreiben
Microcopy sind kurze Textelemente im Interface, etwa Button-Texte, Feldlabels, Hilfetexte und Fehlermeldungen. Die Microcopy steuert Erwartung und Handlung in jedem Schritt.
Buttons
- Ein schlechter Buttontext lautet „Weiter“, weil er keine Handlung beschreibt.
- Ein guter Buttontext lautet „Projekt anlegen“, weil er die Aktion eindeutig macht.
- Ein schlechter Buttontext lautet „Ok“, weil er keinen Zustand beschreibt.
- Ein guter Buttontext lautet „Kontakt speichern“, weil er Ergebnis und Aktion benennt.
Feldlabels und Hilfetexte
- Ein schlechtes Label lautet „Name“, weil unklar bleibt, welcher Name gemeint ist.
- Ein gutes Label lautet „Firmenname“, weil es den Inhalt festlegt.
- Ein schlechter Hilfetext lautet „Bitte korrekt eingeben“, weil er kein Format nennt.
- Ein guter Hilfetext lautet „Format: vorname.nachname@firma.de“, weil er das Zielformat festlegt.
Fehlermeldungen
- Eine schlechte Fehlermeldung lautet „Ungültig“, weil sie keine Korrektur beschreibt.
- Eine gute Fehlermeldung lautet „Datum im Format TT.MM.JJJJ eintragen“, weil sie die konkrete Korrektur vorgibt.
- Eine schlechte Fehlermeldung lautet „Fehler 403“, weil sie kein nächstes Verhalten beschreibt.
- Eine gute Fehlermeldung lautet „Sie haben keinen Zugriff auf diesen Bereich. Bitten Sie Ihre Admin-Rolle um Freigabe“, weil sie Ursache und nächste Aktion nennt.
Tooltips (kontextuell, kurz)
- Ein schlechter Tooltip lautet „Hier sehen Sie Optionen“, weil er nichts erklärt.
- Ein guter Tooltip lautet „Fügen Sie hier eine Pipeline-Phase hinzu, damit Deals sichtbar bleiben“, weil er Zweck und Ergebnis beschreibt.
Schritt 4: Nutzer führen und motivieren
Führung im Onboarding entsteht über Status, Reihenfolge und sichtbare nächste Aktionen. Wiederkehrende Muster sind Fortschrittsanzeigen, Checklisten und kontextuelle Hinweise im richtigen Moment.
- Eine Progress-Bar zeigt Schrittzahl und Reststrecke.
- Eine Checkliste enthält 3–5 Aufgaben mit Status.
- Leere Zustände nennen den Grund und die erste konkrete Aktion.
Fortschritt
- Eine Progress-Anzeige lautet „Schritt 2 von 4: Basisdaten“, weil sie Reststrecke und Kontext zeigt.
- Eine Statuszeile lautet „Fast geschafft. Es fehlt nur noch der Export der ersten Rechnung“, weil sie das Ziel benennt.
Checkliste (3 bis 5 Aufgaben, konkret)
- Ein CRM Checklistenpunkt lautet „Ersten Kontakt anlegen“.
- Ein CRM Checklistenpunkt lautet „Pipeline auswählen“.
- Ein CRM Checklistenpunkt lautet „Ersten Deal erstellen“.
- Ein Buchhaltungs Checklistenpunkt lautet „Kunden anlegen“.
- Ein Buchhaltungs Checklistenpunkt lautet „Erste Rechnung erstellen“.

Leerer Zustand (Empty State)
- Ein schlechter Empty State lautet „Keine Daten“, weil er nichts anstößt.
- Ein guter Empty State lautet „Hier sind noch keine Kontakte. Legen Sie jetzt Ihren ersten Kontakt an, damit Sie Deals zuordnen“, weil er Ursache und erste Aktion nennt.
Bestätigung nach einem Schritt
- Eine Bestätigung lautet „Geschafft. Der Kontakt ist angelegt. Als Nächstes ordnen Sie ihn einer Pipeline zu“, weil sie den nächsten Schritt unmittelbar macht.
Schritt 5: Onboarding kurz halten und testen
Ein kurzer Flow entsteht durch Streichen. Oder anders gesagt: In der Kürze liegt die Würze. Deswegen spielen sie den ganzen Prozess einmal durch und lesen Ihre Texte genau.
- Ist alles verständlich?
- Vermeiden Sie Fachjargon oder Abkürzungen
- Ist alles selbsterklärend?
- Wird auch nur das abgefragt, was wirklich gebraucht wird?
Häufige Fehler bei Onboarding-Flows vermeiden
Fehler im Onboarding entstehen meist aus unklaren Zielen heraus, zu vielen Schritten oder Texten ohne konkrete Erwartung.
Fehler 1: Der Einstieg ist zu komplex
- Der erste Schritt enthält mehrere Hauptfragen ohne Priorität.
- Der Flow fordert Daten an, die erst nach dem Wertmoment relevant sind.
- Microcopy nutzt Sammelbegriffe wie „Profil vervollständigen“ ohne Aufgabe.
- Es gibt keinen klaren Abbruchpunkt wie „Später einrichten“.
Fehler 2: Man wird nicht durch die Schritte geführt
- Es gibt keinen sichtbaren Fortschritt und keine Übersicht über offene Schritte.
- Leere Screens nennen keine erste Aktion.
- Buttons heißen überall gleich, obwohl die Handlung wechselt.
- Der Flow endet ohne Übergang in die normale Nutzung.
Fehler 3: Es gibt keinen „Aha-Moment“
- Der Flow endet kommentarlos nach Registrierung oder nach dem Akzeptieren von Bedingungen.
- Die erste Kernhandlung liegt außerhalb des Flows und ist nicht hervorgehoben.
- Erfolgstexte bestätigen Setup statt Nutzen, etwa „Profil gespeichert“.
- Ein Beispiel fehlt. Ein leeres Dashboard hat keine Aussage.
Fehler 4: Es wird zu viel gezeigt
- Der Flow erklärt Navigation, bevor überhaupt eine einzige Aufgabe ausgeführt wurde.
- Texte erklären Funktionen in Absätzen statt in kurzen Handlungsanweisungen.
- Modal-Ketten blockieren das Produkt ohne Abbruchoption.
- Mehrere Features werden genannt, obwohl nur eines für den Start nötig ist.
Fehler 5: Es gibt kein Feedback und keine Erfolgsmeldungen
- Nach Klick auf „Speichern“ bleibt die Oberfläche ohne sichtbare Bestätigung oder Veränderung.
- Fehlertexte nennen keine Korrektur, sondern nur den Status.
- Systemmeldungen bleiben generisch, etwa „Etwas ist schiefgelaufen“.
- Zwischenbestätigungen fehlen bei mehrstufigen Prozessen.
Fehler 6: Formulare sind nicht auf Onboarding ausgelegt
- Feldlabels sind nicht eindeutig oder werden nur als Platzhalter eingesetzt.
- Pflichtfelder sind nicht erkennbar markiert.
- Fehlermeldungen nennen nicht, welches Feld betroffen ist.
- Hilfetexte fehlen bei Formatregeln wie Passwortlänge oder Datumsformat.
Fehler 7: Fachjargon, lange Sätze, unklare Microcopy
Dieser Fehler entsteht, wenn der Text wie Handbuchsprache wirkt. Doch Onboarding-Microcopy braucht einfache Wörter, kurze Sätze und konkrete Verben, weil sie eine Handlung im Moment steuert. Fachjargon ohne Zielgruppenbezug, Nominalstil und generische Buttons brechen diese Steuerfunktion.
Woran Sie es erkennen:
- Die Microcopy nutzt Fachjargon oder Abkürzungen, die im Produkt selbst nicht erklärt sind.
- Ein Satz enthält mehrere Aufgaben, Bedingungen oder Nebeninformationen in einem Block.
- Buttons und Links heißen „Weiter“, „OK“ oder „Senden“, obwohl die Handlung wechselt.
- Die Texte bestehen aus Nominalkonstruktionen („Durchführung“, „Konfiguration“, „Validierung“) und nicht aus Verben.
- Begriffe wechseln ohne Grund („Workspace“ / „Projekt“ / „Bereich“), obwohl immer dasselbe Objekt gemeint ist.
Beispiele für gute Onboarding-Flows
Gute Beispiele unterscheiden sich im Design, folgen aber ähnlichen Strukturmustern. Userpilot nennt unter anderem personalisierte Einstiege, Checklisten und kontextuelle Hinweise am Element.
Beispiel 1: Personalisierter Einstieg über eine kurze Frage
Viele Produkte starten mit einer einzigen Frage nach Ziel oder Rolle und setzen danach einen passenden Pfad.
- Die Optionen sind als Ergebnis formuliert, etwa „Projekt planen“.
- Der nächste Screen zeigt eine passende Startaktion oder Vorlage.
- Die Auswahl bleibt später sichtbar und ist änderbar.
Beispiel 2: Checkliste mit klaren Meilensteinen
Checklisten strukturieren Onboarding als Aufgabenliste statt als Tour.
- Die Liste enthält maximal fünf Aufgaben und jede Aufgabe ist klickbar.
- Jede Aufgabe ist als Verb formuliert, etwa „Team einladen“.
- Status zeigt erledigt, offen und als nächstes.
Beispiel 3: Leere Zustände mit konkreter erster Aktion
Leere Zustände sind oft der erste Screen nach dem Login und brauchen eine klare Startaktion.
- Der Screen benennt, warum der Bereich leer ist.
- Der Screen enthält genau eine primäre Aktion, etwa „Ersten Kanal anlegen“.
- Ein kurzer Satz nennt das Ergebnis der Aktion.
Beispiel 4: Interaktive Tooltips statt Screenshot-Tour
Interaktive Tooltips setzen Nutzer direkt in den Workflow und verlangen eine echte Handlung.
- Tooltips stehen am Element und enthalten eine Handlungsformulierung.
- Der nächste Schritt erscheint erst nach Ausführung.
- Ein Abschluss bestätigt das Ergebnis der ersten Kernhandlung.
Allgemeine Vorlage für Onboarding-Flows
Die Vorlage beschreibt eine Basissequenz für den ersten Wertmoment. Sie liefert Textbausteine, die pro Schritt genau eine Handlung und ein Ergebnis beschreiben.
Microcopy-Templates für Onboarding-Flows
- Welcome: „Willkommen bei [Produktname]. In 3 Schritten richten Sie [Kernnutzen] ein.“
- Kontextfrage: „Wofür nutzen Sie [Produktname]?“ mit 3 bis 5 Ergebnis-Optionen.
- Schritttext: „Schritt 1: [Konkrete Aktion].“
- Tooltip: „Klicken Sie hier, um [Aktion] zu starten.“
- Leerer Zustand: „Hier sind noch keine [Objekte]. Starten Sie mit [erste Aktion].“
- Fehlertext: „Bitte tragen Sie [Feld] im Format [Format] ein.“
- Erfolg: „Fertig: [Ergebnis]. Nächster Schritt: [Aktion].“
Ergänzende Microcopy-Templates für spezielle Onboarding-Situationen
- Vertrauen: „Wir nutzen Ihre Angaben nur für [Zweck]. Sie ändern diese Einstellung später unter [Menüpunkt].“
- Folge beim Überspringen: „Ohne Einrichtung bleibt [Bereich] leer.“
- Feature in einem Satz: „Mit [Feature] erstellen Sie [Ergebnis] in [Schrittzahl].“
Ein wirksamer Onboarding-Flow definiert ein Zielereignis, reduziert die Strecke auf wenige Voraussetzungen und beschreibt jede Handlung in klarer Microcopy.
Wie ich Sie als Copywriter unterstütze
Gute Onboarding-Flows entstehen selten im ersten Wurf. Ich helfe Ihnen dabei, Ihre bestehenden Screens, Texte und Prozesse zu analysieren und daraus einen klaren, messbaren Flow zu entwickeln.
- Ich übersetze Produktlogik in verständliche Microcopy (Buttons, Tooltips, Fehlermeldungen, leere Zustände).
- Ich strukturiere Ihren Onboarding-Flow so, dass Nutzer schnell zum ersten Wertmoment kommen.
- Ich optimiere vorhandene Texte anhand von Kennzahlen wie Abschlussrate, Drop-off und Aktivierung.
- Auf Wunsch erstelle ich Styleguides und Text-Templates, damit Ihr Team konsistent weiterarbeiten kann.
FAQs: Häufige Fragen zum Thema Onboarding-Flows schreiben
Ein Onboarding-Flow beschreibt die ersten Interaktionen im Produkt vom Einstieg bis zum ersten definierten Wertmoment.
User Onboarding richtet sich an Test- oder Free-Plan-Nutzer, Customer Onboarding setzt nach dem Kauf an und fokussiert Umsetzung und Nutzung im Team.
Ein Flow enthält nur Schritte, die als Voraussetzung für das Zielereignis gelten, und bleibt meist bei drei bis fünf Kernaufgaben.
Typische Kennzahlen sind Abschlussrate, Drop-off pro Schritt, Zeit bis zum Wertmoment und Aktivierungsrate im definierten Zeitfenster.
Gute Microcopy nutzt klare Verben, konsistente Begriffe und nennt das Ergebnis der Handlung direkt am Element.
Onboarding-Texte und Formulare folgen Zugänglichkeitsanforderungen wie klarer Beschriftung, eindeutiger Fehleridentifikation und verständlichen Korrekturhinweisen.

Als Senior Texterin und Senior Copywriterin schreibe ich SEO-optimierte Texte für Unternehmen verschiedener Branchen. Außerdem biete ich extra SEO Schulungen und Texter-Schulungen an (SEO Beratung). In meiner Freizeit schreibe ich natürlich auch, bevorzugt Kinderbücher. Und wenn ich nicht am Schreibtisch sitze, genieße ich das Wandern in meiner Heimat, dem Bayerischen Wald.