Wie funktioniert die Keyword-Recherche?
SEO Beratung

Wie funktioniert die Keyword-Recherche? Ein Leitfaden rund um Keywords und Tools zur Recherche

Die Keywordrecherche ist die Grundlage jeder Suchmaschinenoptimierung. Sie bestimmt, zu welchen Suchanfragen Ihre Seiten in den Suchergebnissen eingeblendet werden und ob die richtigen Zielgruppen auf der Seite landen.

Ohne klare definierte Keywords entstehen aber die meisten Inhalte oft aus dem Bauch heraus: Hier ein Blogartikel, dort eine Leistungsseite, irgendwo ein FAQ. In den Suchergebnissen spiegelt sich das dann so wider: Die Seite taucht entweder gar nicht auf oder zu Suchanfragen, die nicht zu Ihrem Angebot passen. Der erhoffte Traffic bleibt aus.

Mit einer sauberen Keywordrecherche drehen Sie die Reihenfolge um. Sie gehen von den Fragen und Formulierungen Ihrer Zielgruppe aus, leiten daraus passende Keywords ab und ordnen diese Begriffe klaren Seiten und Inhalte zu. Und zugleich erstellen Sie noch den Content, den die Leserinnen und Leser von Ihrer Seite erwarten.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Keywords sind die sprachliche Schnittstelle zwischen den Fragen Ihrer potenziellen Kundinnen/Kunden und den Inhalten auf Ihrer Website.
  • Ein Keyword ist nicht identisch mit der Suchanfrage: Mehrere konkrete Suchanfragen lassen sich einem verdichteten Keyword als Arbeitsbegriff zuordnen.
  • Wichtige Keyword-Arten sind Marken-, generische, transaktionale und informationale Keywords. Ergänzt durch die Querperspektive Short-Tail vs. Longtail.
  • Eine sinnvolle Keyword-Recherche startet immer bei Ihrem Business: Angebot, Zielgruppe, Probleme. Erst danach kommen Tools und Zahlen.
  • Ob ein Keyword zu Ihrem Business passt, prüfen Sie über fachliche Relevanz, Suchintention, wirtschaftliche Bedeutung, realistische Rankbarkeit und die Sprache Ihrer Zielgruppe.
  • Eine einfache Prüfroutine mit SERP-Check, Angebots-Fit, Lead-Potenzial und Daten aus der Search Console hilft, aus vielen Ideen die wirklich tragfähigen Keywords zu filtern.
  • SEO-Tools, Google-Datenquellen, Frage-Tools und Wortschatz Uni Leipzig ergänzen sich: Sie liefern Volumen, Ideen und Sprachfelder für Ihren Inhalt, die Entscheidung treffen aber Sie.

Was sind Keywords?

In der Suchmaschinenoptimierung sind Keywords die Wörter oder Wortgruppen, mit denen Nutzerinnen und Nutzer eine Suche in den Suchmaschinen auslösen. Es handelt sich um genau die Begriffe, die jemand in das Suchfeld von Google eingibt, wenn er ein Problem lösen, sich informieren oder ein bestimmtes Produkt finden möchte.

Ein Keyword kann aus einem einzelnen Wort bestehen („Waschmaschine“) oder aus mehreren Wörtern wie „Waschmaschine kaufen“, „was tun, wenn waschmaschine stinkt“ oder „seo beratung für kleine unternehmen“. Allen Varianten gemeinsam ist, dass sie eine konkrete Suchabsicht in sprachlicher Form ausdrücken.

Für Ihre Arbeit mit einer Website erfüllen Keywords eine doppelte Funktion. Zum einen spiegeln sie die Sprache Ihrer Zielgruppe wider:

  • Sie zeigen, wie Menschen über ein Thema sprechen und welche Begriffe sie dafür tatsächlich verwenden.
  • Zum anderen dienen sie als Planungsgröße für Struktur und Inhalte einer Seite.

Wenn Sie eine Unterseite zu „seo beratung für kleine unternehmen“ erstellen, legen Sie dieses Suchwort als inhaltlichen Schwerpunkt fest und richten Überschriften, Texte und interne Verlinkung darauf aus.

Was ist der Unterschied zwischen Keyword und Suchanfrage?

Wichtig ist dabei die Unterscheidung zwischen der individuellen Suchanfrage und dem Keyword als Arbeitsbegriff. Die Suchanfrage ist die exakte Formulierung, die eine Person in diesem Moment eingibt. Also zum Beispiel „was tun wenn waschmaschine stinkt und wasser in trommel steht“.

Das Keyword hingegen ist die verdichtete Form, mit der Sie intern arbeiten, etwa „waschmaschine stinkt“ oder „waschmaschine riecht schlecht“.

Mehrere unterschiedliche Suchanfragen können also demselben Keyword zugeordnet werden, weil sie inhaltlich auf dasselbe Thema zielen.

Wie arbeiten Suchmaschinen mit Keywords

Von außen scheint das ganz einfach zu sein: Sie tippen einen Begriff ein, Google zeigt Ergebnisse. Im Hintergrund laufen dabei aber mehrere Schritte ab, bei denen Keywords eine wichtige Rolle spielen.

Zunächst analysiert Google die Wörter in der Suchanfrage. Die Eingabe wird in Begriffe und Wortgruppen zerlegt, Schreibweisen und Wortformen werden normalisiert, Synonyme werden erkannt. Aus „seo-beratung münchen“ wird intern „seo“, „beratung“, „münchen“: Thema, Art der Leistung, Ort.

Aus „waschmaschine reparieren“ wird „waschmaschine“ plus Handlung „reparieren“.

  • Geht es um eine Erklärung („was ist keywordrecherche“)?
  • Geht es um einen Vergleich („beste leise waschmaschine test“)?
  • Geht es um einen Kaufwunsch („waschmaschine 8 kg kaufen“)?
  • Oder geht es darum, eine bestimmte Seite aufzurufen („kathrin landsdorfer seo“)?

Google fasst solche Absichten in Klassen wie „Know“, „Do“ oder „Visit-in-person“.

Erst danach gleicht die Suchmaschine die Anfrage mit den indexierten Seiten ab. Dabei werden Überschriften, Fließtext, Listen, Metadaten und strukturierte Daten durchsucht. Wenn auf einer Seite immer wieder von „SEO-Beratung für kleine Unternehmen“ die Rede ist, liegt es nahe, diese Seite für entsprechende Suchanfragen zu testen.

Zum Schluss bewertet Google, welche Seiten am besten zur Suchanfrage passen: inhaltlich, qualitativ, technisch. Der SEO-Starter-Guide von Google nennt hier u. a. Relevanz, Qualität, Expertise, Nutzererfahrung und technische Faktoren wie Mobilfreundlichkeit und Ladezeiten.

Keywords sind in diesem Prozess der Einstieg: Sie helfen Suchmaschinen zu verstehen, worum es auf einer Seite geht. Entscheidend für gute Rankings sind aber immer das Gesamtpaket aus Inhalt, Struktur, Vertrauen und Technik.

Für Sie bedeutet das: Keywords sind die Schnittstelle zwischen den Fragen Ihrer potenziellen Kundinnen und dem, was Ihre Seiten liefern. Dafür müssen Sie die richtige Keyword Art wählen.

Welche Keyword Arten gibt es?

So gibt es beispielsweise Marken-Keywords. Sie beziehen sich auf Namen und Bezeichnungen, die direkt mit Ihrem Unternehmen verbunden sind, etwa „Kathrin Landsdorfer“, „Waltberg Kaffee“ oder „Bluebeam QBS DACH“. Nutzerinnen und Nutzer, die so suchen, kennen das Unternehmen bereits oder haben zumindest die Marke im Kopf.

Generische Keywords beschreiben hingegen Themen und Produktkategorien ohne Marke: „SEO-Beratung“, „Waschmaschine 8 kg“, „getreidefreies Hundefutter“. Sie sind wichtig, um neue Menschen zu erreichen, sind aber meist stärker umkämpft.

Transaktionale Keywords signalisieren eine konkrete Handlungsabsicht, häufig durch Zusätze wie „kaufen“, „Preis“, „Angebot“ oder „Agentur“. „SEO-Beratung Angebot“, „SEO-Betreuung Preise“ oder „Waschmaschine 8 kg kaufen“ gehören in diese Gruppe. Hier erwarten Nutzerinnen und Nutzer eher Produkt- und Leistungsseiten als lange Ratgebertexte.

Informationale Keywords schließlich stehen für Wissens- und Recherchefragen: „Was ist Keywordrecherche?“, „Wie funktioniert Social SEO?“, „Wie oft Hund füttern?“. Solche Begriffe eignen sich besonders für Blogartikel, Ratgeber und FAQ-Seiten.

Und dann gibt es noch die Begriffe Short-Tail- und Longtail-Keywords. Das sind Querschnittsbegriffe über diese Gruppen: Sie beschreiben, ob ein Keyword eher kurz und allgemein oder länger und sehr spezifisch formuliert ist.

Wie finden Sie die richtigen Keywords?

Keywordrecherche beginnt nicht im Tool, sondern bei Ihrem eigenen Business. Hier sind besonders zwei Ebenen sehr wichtig:

  1. Kriterien, nach denen Sie überhaupt entscheiden, ob ein Begriff infrage kommt.
  2. Eine Prüfroutine, mit der Sie für jedes einzelne Keyword klären, ob es wirklich zu Ihrem Business passt.

Worauf muss ich bei der Keyword-Auswahl fürs Business achten?

Stellen Sie sich bei jedem Keyword vor, eine Kundin oder ein Kunde würde genau diesen Begriff in Google eingeben. Dann fragen Sie:

  • Was erwartet sie?
  • Kann ich diese Erwartung mit meinem Angebot wirklich erfüllen?

Fachliche Relevanz

Das bringt Sie zum ersten Filter, der fachlichen Relevanz. Ein Keyword gehört nur dann in Ihre Liste, wenn das Problem dahinter zu Ihrem Tagesgeschäft gehört. „seo studium“ ist ein typischer Suchbegriff aus dem Bildungsbereich. Selbst wenn Sie zu SEO viel sagen könnten, suchen diese Menschen keine Beratung für ihr Unternehmen. „seo beratung für kleine unternehmen“ oder „seo betreuung für online shops“ sind dagegen Suchphrasen, die direkt auf Leistungen zielen, die Sie anbieten können.

Suchintention

Als Nächstes kommt die Suchintention. Ein Begriff wie „was ist keywordrecherche“ signalisiert Wissensbedarf. Hier passt ein erklärender Ratgeberartikel.

„seo beratung münchen preis“ hingegen weist auf einen konkreten Kauf- oder Kontaktwunsch hin. Dazu passen eine Angebotsseite mit Leistungen, Preisen und Kontaktmöglichkeit. Wenn Sie versuchen, ein Informations-Keyword mit einer reinen Sales-Seite zu bedienen (oder umgekehrt), wird das weder Nutzerinnen noch Suchmaschine überzeugen.

Wirtschaftliche Relevanz

Dann folgt die wirtschaftliche Relevanz. Viele Keywords sind fachlich interessant, bringen Ihrem Geschäftsmodell aber wenig. „arbeitsblatt keywordrecherche pdf“ deutet eher auf Lehrmaterial oder Übungen hin. Solche Begriffe können für die Reichweite interessant sein, werden aber selten zu Beratungsmandaten oder Projekten führen. Keywords, die klar eine Unternehmensperspektive haben („seo agentur für …“, „seo beratung für …“), zahlen direkter auf Anfragen und Aufträge ein.

Realistische Rankbarkeit

Ein weiterer Punkt ist die realistische Rankbarkeit. Breite Short-Head-Keywords wie „seo“, „seo agentur“ oder „waschmaschine“ sind seit Jahren von großen Playern besetzt. Als Einzelperson oder kleines Team können Sie hier natürlich mitspielen, aber nur mit erheblichem Aufwand und langen Zeiträumen. Deutlich sinnvoller sind spezialisierte Keywords, die Ihre Nische beschreiben: bestimmte Zielgruppen, Branchen, Regionen, Probleme. Hier ist der Wettbewerb überschaubarer, und Ihre Inhalte können sich klarer abheben.

Sprache Ihrer Zielgruppe

Schließlich spielt die Sprache Ihrer Zielgruppe eine Rolle. Es bringt wenig, auf Begriffe zu optimieren, die Ihre Kundinnen nie verwenden. Beobachten Sie, welche Formulierungen in Mails, Gesprächen und Briefings auftauchen:

  • Sagen Menschen „SEO-Beratung“, „besser in Google gefunden werden“ oder „unsere Website bei Google nach oben bringen“?
  • Nutzen sie „Suchmaschinenoptimierung“ oder konsequent die Abkürzung „SEO“?

Die Keywords, die Sie auswählen, sollten an diese reale Sprache anschließen: fachlich sauber, aber nah genug an der Alltagssprache, damit sie überhaupt in der Suche vorkommen.

Wenn Sie diese fünf Punkte als Filter verwenden, reduziert sich eine lange Keywordliste schnell auf diejenigen Begriffe, die für Ihr Business wirklich Sinn ergeben.

Woher weiß ich, ob ein Keyword zu meinem Business passt?

Ein Keyword passt zu Ihrem Business, wenn:

  • Die Suchergebnisse zu Ihren Leistungen passen.
  • Sie dafür eine stimmige Seite planen können.
  • Ein sinnvoller nächster Schritt (Lead, Kontakt, Kauf) möglich ist.

Um das herauszufinden, können Sie nach dieser Prüfroutine arbeiten:

Schritt 1: Suchergebnisse prüfen (SERP-Check)

Geben Sie das Keyword in Google ein und schauen Sie sich die erste Seite genau an.

Fragen Sie sich:

  • Welche Arten von Seiten dominieren? Ratgeber, Lexika, Agenturen, Shops, Portale?
  • Wirkt das Umfeld eher theoretisch (Universitäten, Wikipedia) oder klar kommerziell (Dienstleister, Vergleichsportale)?

Dann der Test:

Wenn meine Seite hier mitlaufen würde, würden meine Wunschkundinnen und -kunden mich als passende Antwort wahrnehmen?

Wenn die Ergebniswelt offensichtlich in eine andere Richtung geht als Ihr Angebot, ist das Keyword kein guter Fit, auch wenn es „irgendwie fachlich passt“.

Schritt 2: Angebots-Fit testen

Überlegen Sie als Nächstes, ob Sie für dieses Keyword eine stimmige Seite anbieten können.

Fragen Sie sich:

  • Kann ich spontan eine sinnvolle Seite skizzieren (Leistungsseite, Ratgeber oder Kombination), die dieses Keyword wirklich gut bedient?
  • Oder müsste ich mir eher krampfhaft etwas ausdenken, nur damit das Keyword irgendwo vorkommt?

Wenn Sie keine klare, inhaltlich starke Seite vor Augen haben, ist das Keyword für Ihr Business (noch) keine Priorität.

Schritt 3: Lead-Potenzial einschätzen

Jetzt geht es um den bestmöglichen nächsten Schritt.

Fragen Sie sich:

  • Was soll idealerweise passieren, wenn jemand über dieses Keyword auf meiner Seite landet?
  • Anfrage? Erstgespräch? Produktkauf? Newsletter-Anmeldung?
  • Oder ist das eher ein „nice to know“-Thema ohne echten Bezug zu meinen Angeboten?

Ein Keyword, zu dem Sie keinen sinnvollen nächsten Schritt formulieren können, ist selten ein Kernbegriff für Ihr Business, auch wenn es thematisch interessant ist.

Schritt 4: Daten-Check (falls schon vorhanden)

Wenn Ihre Website bereits Sichtbarkeit hat, machen Sie in der Google Search Console einen Realitätstest.

Schauen Sie:

  • Taucht dieses Keyword (oder sehr ähnliche Suchanfragen) bereits auf?
  • Bringt es Klicks und vielleicht schon Anfragen, auch bei überschaubarem Suchvolumen?
  • Oder sehen Sie viele Impressionen, aber kaum Klicks und Interaktionen?

Viele Impressionen ohne Klicks können bedeuten: Das Keyword passt nicht zu Ihrem Angebot oder Ihre Seite trifft die Erwartung dahinter nicht. Sichtbare Klicks und gute Interaktionen sind ein starkes Signal, dass dieses Keyword zu Ihrem Business passt.

Was sind Short-Tail und Longtail-Keywords?

Wenn Sie alle Suchbegriffe, die Sie in der Keyword Recherche gesammelt haben, nach ihrem Suchvolumen sortiert in ein Diagramm eintragen, zeigt sich anschließend immer dieses typische Bild:

  • Sehr häufig gesuchte Begriffe
  • Deutlich seltener gesuchte Formulierungen

Diese werden in Short-Tail und Longtail unterschieden.

Short Keywords (Short-Tail-Keywords)

Short-Tail-Keywords (oft auch „Head-Keywords“ genannt) sind kurze, allgemeine Suchbegriffe. Meist bestehen sie aus einem oder zwei Wörtern und bezeichnen große Themenfelder oder Produktkategorien: „Waschmaschine“, „SEO Beratung“, „Hundefutter“. Fachliteratur und Agentur-Guides beschreiben sie übereinstimmend als Begriffe mit hohem Suchvolumen und hoher Konkurrenz. Gleichzeitig ist die Suchintention dafür oft unscharf.

Zum Beispiel wer „Waschmaschine“ eingibt, kann ganz Unterschiedliches suchen:

  • Kaufberatung
  • Ersatzteile
  • Reparaturtipps
  • Bilder

Entsprechend gemischt sind die Suchergebnisse. Short-Tail-Keywords eignen sich deshalb gut als Oberbegriffe und für zentrale Seiten wie Startseite, Leistungs- oder Kategorieseiten. Sie markieren das Themengebiet, in dem Sie sichtbar sein wollen. Für gezielte Anfragen sind sie allein aber zu unpräzise.

Longtail-Keywords

Longtail-Keywords (auch Long-tail Keywords) sind längere, spezifische Suchphrasen. Sie bestehen in der Regel aus drei oder mehr Wörtern und enthalten zusätzliche Informationen, die das Anliegen der Suchenden deutlich eingrenzen. Etwa:

  • „energieeffiziente waschmaschine 8 kg test“
  • „seo beratung für handwerksbetriebe münchen“
  • „getreidefreies hundefutter für allergiker“

Jedes einzelne Longtail-Keyword wird seltener gesucht als der dazugehörige Oberbegriff. Insgesamt machen diese vielen kleinen Suchanfragen aber einen großen Anteil des Suchverhaltens aus. Der Wettbewerb ist hier meist geringer, dafür ist die Absicht viel klarer erkennbar: Die Nutzerin weiß, was sie braucht, und beschreibt es entsprechend detailliert.

Für Ihre Praxis sind Longtails deshalb besonders wertvoll. Sie eignen sich hervorragend für Blogartikel und Ratgeberseiten, die konkrete Fragen beantworten, für Nischen-Landingpages zu bestimmten Zielgruppen oder Regionen und für FAQ-Bereiche. Wer über solche Begriffe auf Ihre Website kommt, bringt oft schon eine konkrete Kauf- oder Handlungsabsicht mit. Entsprechend höher ist die Chance, dass aus einem Besuch eine Anfrage oder ein Auftrag wird.

Unterschied Short-Tail und Longtail-Keywords im Überblick

PunktShort-TailLongtail
Länge1 bis 2 Wörter3 und mehr Wörter / ganze Phrasen
Spezifitätsehr allgemeinsehr spezifisch
Suchvolumenhochniedrig pro Keyword, hoch in Summe
Wettbewerbsehr starkmeist moderat bis gering
Suchintentionoft unklarklar (Problem, Bedarf, Kontext)
Conversion-Chanceeher niedrigerhöher

Welche Tools helfen bei der Keywordrecherche?

Keywordrecherche ist immer eine Kombination aus Denken und Daten. Das Denken leisten Sie, die Daten liefern Tools. Wichtig ist, dass Sie wissen, wofür Sie welches Werkzeug einsetzen und was es leisten kann (und was nicht).

Im Kern gibt es vier Gruppen von Tools, die sich gut ergänzen:

  • Klassische SEO-Suiten
  • Google-eigene Datenquellen
  • Frage- und Ideen-Tools
  • Sprachbasierte Ressourcen wie etwa Wortschatz Uni Leipzig

Klassische SEO-Tools: Suchvolumen, Difficulty, Ideen

Klassische SEO-Suiten wie SISTRIX, Ahrefs, Semrush, SE Ranking oder KWFinder bündeln viele Funktionen in einem: Sie sehen Suchvolumen, geschätzte Schwierigkeit eines Keywords (Keyword Difficulty), thematisch verwandte Begriffe und oft auch Klickprognosen.

Für die Keywordrecherche sind drei Funktionen besonders wichtig:

  • Sie prüfen, ob Ihre Ideen tatsächlich gesucht werden und in welcher Größenordnung.
  • Sie sehen, wie stark der Wettbewerb für einzelne Begriffe ist.
  • Sie entdecken weitere Keywords, auf die Sie selbst nicht gekommen wären.

Praktisch kann das so aussehen:

  • Sie geben „seo beratung für kleine unternehmen“ ein und erhalten dazu Varianten wie „seo beratung kleinunternehmer“, „seo beratung kosten“, „seo beratung richtpreise“.
  • Gleichzeitig sehen Sie, welche Domains aktuell vorne ranken und wie umfangreich deren Inhalte sind.

Wichtig ist, diese Zahlen als Entscheidungshilfe, nicht als Wahrheit zu verstehen. Unterschiedliche Tools liefern unterschiedliche Volumina und Schwierigkeitswerte.

Google-eigene Datenquellen: Realitätstest und Potenziale

Google selbst stellt mehrere Datenquellen zur Verfügung, die für die Keywordrecherche unverzichtbar sind: Google Keyword-Planer (über ein Ads-Konto), die Google Search Console und Google Trends.

Der Keyword Planer liefert grobe Volumenbereiche und weitere Ideen rund um einen Startbegriff. Er ist stärker auf Anzeigenplanung ausgelegt, eignet sich aber gut, um zu prüfen, ob ein Begriff überhaupt nachgefragt wird oder nur in Ihrem Kopf existiert.

Die Google Search Console ist Ihr direktester Realitätstest. Sie zeigt, über welche relevante Suchanfragen Menschen bereits auf Ihre Seiten kommen, welche Seiten eingeblendet werden und wie sich Klicks und Impressionen entwickeln. Hier entdecken Sie oft Keywords, die Sie nie bewusst optimiert haben, die aber offensichtlich zur echten Nachfrage passen. Genau daraus können neue Inhalte und Schwerpunktseiten entstehen.

Google Trends schließlich hilft Ihnen, Zeitverläufe zu verstehen: Nimmt das Interesse an „seo beratung“ im Vergleich zu „seo agentur“ zu oder ab? Suchen Menschen eher nach „suchmaschinenoptimierung“ oder nach „seo“? Trends sind kein klassisches Keyword-Tool, geben Ihnen aber ein Gefühl dafür, ob ein Begriff stabil, saisonal oder rückläufig ist.

Frage- und Content-Ideen-Tools: Nutzerperspektive vertiefen

Tools wie AnswerThePublic, AlsoAsked oder ähnliche Dienste greifen auf Autocomplete-Daten und „Nutzer fragten auch“-Strukturen zurück und bereiten sie als Fragebäume auf.

Der größte Vorteil: Sie sehen, wie Menschen ihre Probleme in Fragen formulieren. Statt nur „seo beratung“ sehen Sie z. B. „was bringt seo beratung“, „wie lange dauert seo optimierung“, „wann lohnt sich seo für kleine unternehmen“.

Diese Tools eignen sich besonders für:

  • Ratgeberartikel, die eine Frage in der Tiefe beantworten,
  • FAQ-Bereiche zu Ihren Leistungen,
  • Contentcluster (z. B. eine Serie zu „Keywordrecherche Schritt für Schritt“).

Sie sollten die Vorschläge immer mit klassischen SEO-Tools und der Search Console abgleichen, aber als Ideengenerator sind sie kaum zu schlagen. Vor allem, wenn Sie nicht nur einzelne Keywords, sondern komplette Themenlandschaften planen.

Unterschätztes Keyword Tool: Wortschatz Uni Leipzig

Das Projekt Wortschatz Uni Leipzig ist kein SEO-Tool im engeren Sinn, sondern eine sprachwissenschaftliche Ressource. Es analysiert große Textkorpora (z. B. Nachrichten) und zeigt, in welchen Kontexten ein Begriff vorkommt, welche Wörter typischerweise daneben stehen und welche Formulierungen häufig sind.

Für SEO ist das aus zwei Gründen wertvoll:

  • Erstens erkennen Sie Themenfelder rund um einen Begriff.
  • Wenn Sie „Waschmaschine“ eingeben, tauchen Begriffe wie „Energieeffizienz“, „Stromverbrauch“, „Reparatur“, „Keller“, „Trockner“ auf.
  • Sie sehen sofort, welche Facetten Nutzerinnen mit diesem Thema verbinden und können daraus Contentcluster ableiten.

Zweitens zeigt Ihnen Wortschatz typische Kollokationen, also Wortkombinationen, die besonders häufig zusammen auftreten. Das hilft Ihnen, natürliche, zielgruppennahe Formulierungen zu finden, statt Keyword-Listen abzuarbeiten.

Wichtig: Wortschatz liefert keine Suchvolumina und sagt nichts darüber, wie oft ein Begriff bei Google eingegeben wird. Es hilft Ihnen aber dabei, Sprachfelder zu verstehen und Ihren Wortschatz zu erweitern.

Wie Sie die Tools zur Keyword-Recherche sinnvoll kombinieren

Keines dieser Tools löst die Aufgabe der Keyword-Recherche von allein. Die Stärke entsteht aus der Kombination:

  • Mit Wortschatz und Kundensprache finden Sie natürliche Begriffe und Themenfelder.
  • Mit Frage-Tools übersetzen Sie diese Begriffe in konkrete Fragen und Longtails.
  • Mit SEO-Suiten und dem Keyword Planner prüfen Sie Nachfrage und Wettbewerb.
  • Mit der Search Console sehen Sie, welche Begriffe in der Praxis funktionieren – und wo sich neue Chancen auftun.

So wird aus einem bunten Tool-Mix ein klarer Prozess: Von der Sprache Ihrer Zielgruppe über Ideen und Fragen hin zu belastbaren Keyword-Entscheidungen.

Möchten Sie wissen, ob Ihre Keywords für Ihre Website richtig optimiert sind, dann fragen Sie nach meiner SEO Beratung.


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