ChatGPT
Ghostwriter, Marketing, SEO

Warum echte Texter im Zeitalter von ChatGPT wichtiger sind denn je

In seinem ersten Jahr hat ChatGPT bereits bedeutende Fortschritte gemacht. Doch ganz ohne Aufsicht funktioniert er nicht. Dies hebt die Bedeutung menschlicher Expertise hervor, besonders angesichts der Einschätzung von Goldman Sachs, dass durch KI bis zu 300 Millionen Arbeitsplätze verloren gehen oder reduziert werden könnten. Damit wäre die KI-Revolution noch umfassender als die industrielle Revolution.

Generell ist es im jetzigen Zeitalter unsinnig, sich der KI komplett zu verwehren. Dennoch sollte man nicht zu euphorisch darauf reagieren. Einige Unternehmen, die sich aufgrund des anhaltenden Hypes auf die generative KI in ihrer Content-Erstellung stürzen, tun dies oft ohne ein tiefgehendes Verständnis für die Technologie. Dieses Vorgehen birgt das Risiko, dass der menschliche Einfluss und die kreative Kontrolle vernachlässigt werden, was für die Qualität der Inhalte jedoch entscheidend ist. Einzig der schnelle Umstieg auf KI liegt hier im Sinn, wobei oft übersehen wird, dass KI nicht die menschliche Kreativität ersetzen, sondern ergänzen sollte.

Widerstand ist zwecklos – aber eine kritische Auseinandersetzung ist erlaubt

Trotz meiner Zugehörigkeit zu einer schwindenden Minderheit, die immer noch glaubt, dass ChatGPT nicht nur aus „Einhörnern und Regenbögen“ besteht – sowohl für das Texterhandwerk als auch für die Leser:innen der Inhalte –, weiß ich, dass es keinen Sinn macht, gegen diese Entwicklung anzukämpfen. Wichtiger: Die Herausforderung liegt vielmehr darin, ChatGPT als nützliches Werkzeug zu nutzen, ohne dabei die Kontrolle über das kritische Denken und unsere kreativen Entscheidungen zu verlieren. Denn: Der generierte Inhalt ist immer nur so gut, wie die Qualität der gestellten Aufgabe. Es reicht nicht aus, sich nur auf kunstvoll gestaltete Prompts oder auf die Flut von „Prompt Guides“ in den sozialen Medien zu verlassen. Diese „Cheat Sheets“ werden oft ohne Beweis ihrer Wirksamkeit übernommen und von Menschen verehrt, die lieber echte Arbeit vermeiden und um Positionen konkurrieren, für die sie eigentlich nicht qualifiziert sind. Wie der Besitzer einer teuren Stradivari, der nicht weiß, wie er diese teure Geige spielen muss.

Gefahr für Marketingmanager und Agenturen

Dies ist genau die Gefahr, der Marketingmanager und Agenturen gegenüberstehen, wenn sie sogenannte ChatGPT-Experten anstellen – Experten, die in Wahrheit keine echten Texter sind, sondern lediglich professionelle „Prompteingeber“, die schnell Inhalte erstellen lassen können. Ohne qualifizierte Texter, die die Qualität der ChatGPT-generierten Inhalte kontrollieren, steht die KI jedoch auf wackeligen Beinen. Können die Prompt-Experten selbst minderwertige Inhalte nicht von hochwertigem Content unterscheiden, schlägt sich das letztlich im Ergebnis nieder.

Setzt auf Erfahrung und Können

Professionelle Ghostwriter und Copywriter nutzen ChatGPT dagegen gezielt zur Ideenfindung oder Inhaltsstrukturierung. Dabei behalten sie stets den kreativen Prozess im Blick. Das Ergebnis sind Texte, die in ihrer Qualität und Originalität Massenprodukten deutlich überlegen sind. Liegt doch die Präferenz der Leser:innen immer noch eindeutig bei Qualität, nicht bei Quantität.

Die entscheidende Frage an die Unternehmen dort draußen ist also, ob sie den Vorzug für hochwertige Inhalte erkennen und respektieren. Oder ob ihnen das egal ist, getreu dem Motto: Hauptsache billig? Und: wenn sie selbst KI-Content veröffentlichen, ob sie ihn auch bereitwillig kenntlich machen würden? Ich persönlich finde, dass es eine verpflichtende Kennzeichnung von KI-generierten Inhalten, ähnlich den Vorschriften für Werbung, geben muss.

Fragwürdige Entwicklung

Ich persönlich halte die Verwendung von ChatGPT und anderen KI-Schreibtools zur Steigerung der eigenen Produktivität eher als fragwürdig. Vor allem wenn das Ergebnis nur eine Flut von mittelmäßigen oder schlechten Inhalten ist. Führt das am Ende nicht eher dazu, dass immer weniger Leute den Blog oder die Website eines Unternehmens lesen und besuchen, weil sie im Grunde genommen doch lieber qualitativ hochwertigen Content lesen möchten?

So glaube ich, dass trotz der Weiterentwicklung von ChatGPT, der Bedarf an menschlichen Textern unvermindert bestehen bleiben wird. Solange Menschen die kreative Führung innehaben, wird die Welt nicht weniger, sondern mehr professionelle Texter benötigen. Nicht nur, um selbst Content zu erstellen. Sondern auch, um andere Inhalte zu überprüfen.