Seit März 2025 hat sich viel bei der Google-Suche getan. Seitdem sitzen die AI Overviews nun über beinahe allen klassischen blauen Linklisten. Dabei fördert doch genau die Linkliste unsere Informationsautonomie. Wir können selbst entscheiden, welche Quellen wir relevant finden. Welche Inhalte uns interessieren und vor allem: Welche Fakten richtig sind.
Dagegen steht die moderne Suche mit ihrer KI-gestützten Aufbereitung. Uns werden Inhalte der für Google relevanten Websites in einer prominent platzierten Zusammenfassung präsentiert. Dies erhöht einerseits zwar die Bequemlichkeit. Erschwert gleichzeitig aber auch die Einschätzung der Informationsherkunft. Außerdem unterdrückten die KI-Antworten die notwendige Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Experten-Standpunkten und verringern die Quellentransparenz. Dazukommt, man kann es nicht leugnen, die unglaublich große visuelle Ablenkung auf Google. Gesponsorte Inhalte hier, KI dort, FAQ-Blöcke und dann irgendwann kommen sie, die einfachen Suchergebnisse in der altbekannten blauen Form.
Deswegen möchte ich Ihnen mit diesem Leitfaden zeigen, wie Sie die Google Suche wieder bereinigen und ohne KI verwenden können.
Was ist die KI‑Übersicht (AI Overview) in der Google-Suche?
Die Google-Suche hat sich durch die Einführung der „Übersicht mit KI“ visuell stark verändert. Bei vielen Suchanfragen wird die KI-generierte Antwort priorisiert angezeigt. Noch bevor die eigentlichen Suchergebnisse kommen. Das sorgt für Kritik.
Zentrale Kritikpunkte
- Verdrängung von Primärquellen: Nutzer, die direkt Webseiten ansteuern möchten, müssen erst an der KI-Box vorbeiscrollen.
- Qualitätsmängel: Berichten der New York Times zufolge sind die Antworten in den AI Overviews oft oberflächlich und fehlerhaft. Durch einen Klick auf die verlinkten Websites wird das Dilemma aber nicht besser. Denn dann kommen Sie nur direkt zu den gleichen oberflächlichen Inhalten. Schließlich sind die verlinkten Seiten ja die Grundlage für die KI Antworten.
- Mangelnde Kontrolle: Google entscheidet selbst, was es für richtig und wichtig hält. Google hat aber keine Prüfmechanismen, die den Wahrheits- und Qualitätsgehalt von Texten und Inhalten bewerten können.
Probleme der KI‑Suchergebnisse: Weniger Kontrolle, weniger Transparenz
| Merkmal | Erscheinungsbild (Klassisch vs. Modern) | Primäres Ziel (aus Nutzersicht) |
| Informationsdarstellung | Klassisch: Schlichte Text-Snippets mit blauen Links. Modern: Großflächige KI-Boxen, Karten und Medienelemente. | Schnelle Identifikation relevanter Webseiten vs. Konsum vorgefertigter Antworten. |
| Quellenbezug | Klassisch: Fokus auf die Ziel-URL. Modern: Aggregierte Inhalte ohne direkten Klickzwang. | Transparenz der Informationsquelle vs. Zeitersparnis durch Direktantworten. |
| Interaktionsmodell | Klassisch: Linearer Scan der Ergebnisliste. Modern: Multimodale Oberfläche mit ausklappbaren Modulen. | Gezielte Navigation zur Expertenquelle vs. Exploratives Suchen innerhalb der Google-Umgebung. |
Bevor wir lernen, wie man die Ergebnisse filtert, müssen wir die einzelnen Bausteine der modernen Suche genau identifizieren können.
Aufbau der Google Suchseite im Überblick
Aus Sicht der Informationskompetenz müssen wir heute zwischen wertvollen Treffern und funktionalem „Ballast“ unterscheiden. Mit letzterem meine ich Elemente, welche die Informationshierarchie verzerren und den Zugriff auf die eigentliche Quellenlage verzögern oder ganz unterbinden. Deswegen hier einmal ganz nüchtern, was wir sehen, wenn wir eine Suchfrage in Google eingeben:
- Den Anfang macht inzwischen bei den meisten Suchen die Übersicht mit KI. Ein KI-generierter Textblock sitzt an prominenter Stelle direkt unter der Sucheingabe und fasst die wichtigsten Antworten zusammen.
- Dann kommen in der Regel die weiteren Fragen (People also asks, PAA). Kurze Fakten-Extrakte aus Webseiten, die oberhalb der organischen Treffer stehen.
- Jetzt kommen oft Maps & Video-Vorschaubilder.
- Dann kommen die gesponsorten Inhalte. Websites, die genau zu der Suchfrage Google Ads geschaltet haben.
- Und jetzt erst kommen die eigentlichen Suchergebnisse.
Wer also noch selbst die Suche benutzen möchte und selbstständig Inhalte herausfiltern möchte, der muss inzwischen ziemlich weit scrollen. Auf die anhaltende Kritik diesbezüglich hat Google im Mai 2024 regiert.
Google führt Web‑Filter ein: Klassische Google‑Suche ohne KI‑Übersicht
Die KI‑Antworten und vielen zusätzlichen Boxen haben wie gesagt die klassischen blauen Links immer weiter nach unten gedrängt. Viele Userinnen und User weltweit waren von der visuellen Überladung genervt.
Google reagierte auf Kritik und rollte 2024 weltweit den „Web“-Filter aus. Dieser macht genau das, was viele wollen: Er spielt eine einfache, textbasierte Ergebnisliste aus.
Der Webfilter wurde damals auch schon in Deutschland ausgerollt. Obwohl die eigentliche KI-Suche hier erst 2025 implementiert worden ist.
Was macht der Web-Filter von Google?
Der Reiter „Web“ sitzt zusammen mit allen anderen Reitern wie News, Bilder oder Videos direkt unter dem Suchfeld. Einmal aktiviert, zeigt er eine stark reduzierte, klassische Trefferliste an. Also im wesentlichen nur normale Webseiten‐Links, ohne KI‑Übersichten, Shopping‑Boxen, Karten oder andere Inhalte. Die PAA-Box fehlt dann übrigens auch. Wenn Sie den Filter nicht finden, dann ist er in Ihrer Oberfläche unter dem Bereich „Mehr“ versteckt.

So können Sie mit nur einem Klick wieder zur gewohnten, normalen Ansicht zurückkehren. Ohne von irgendwelchen Inhalten, die Sie nicht interessieren, überrannt zu werden. Wenn Sie aber nur die KI Antworten ausblenden wollen, verwenden Sie den Befehl „-ai“.
Aktive Steuerung der Suchanzeige durch Suchoperator „-ai“
Für eine gezielte Ad-hoc-Bereinigung der Ergebnisse und Ausschalten der KI Übersicht empfehle ich meinen Kundinnen und Kunden immer einen bestimmten Suchoperator: „-ai“. Der Zusatz -ai ist hierbei ein direkter Filter für Google und erzwingt die Unterdrückung der Box „Übersicht mit KI“. Der Vorteil zur Web-Funktion: Die weiteren häufigen Fragen zu einem Thema werden auch noch angezeigt.
Beispiel für die exakte Syntax: Alternativen zu google suchmaschine -ai
Durch diesen Befehl wird die KI-generierte Zusammenfassung sofort entfernt. Das Ergebnis ist eine saubere Auflistung von relevanten Suchseiten. Das erhöht die Verlässlichkeit der Recherche massiv. Deshalb verwende ich den Filter oft, wenn ich Texte schreibe oder für Blogartikel recherchiere.
Wichtig: Der -ai Trick funktioniert nicht bei jeder Suchanfrage richtig. Manchmal schmuggeln sich die AI Overviews doch noch in die Suchanzeige.
Wenn Ihnen die Eingabe des Suchoperators zu umständlich ist, können Sie mit einem kleinen Trick auch dauerhaft wieder zur normalen Suchanzeige zurückkehren.
Wie beeinflusst udm=14 die Suchanzeige und Suchergebnisse?
Wenn Sie eine dauerhafte Rückkehr zur quellenzentrierten Suche wollen, dann verwenden Sie den Code &udm=14 am Ende einer Google-Adresse. Damit sagen Sie dem System: „Zeig mir bitte direkt den Web-Tab an.“ Der Code ist also der Generalschlüssel, der den modernen Ballast abschaltet und die klassische Google-Welt wiederherstellt.
Denn sobald dieser Parameter an die Such-URL angehängt wird, filtert der Google-Algorithmus folgende fünf Ballast-Elemente konsequent heraus:
- Übersichten mit KI (KI-generierte Textblöcke)
- Antwort-Boxen (Direkt-Fakten am Anfang)
- Maps-Karten (Geografische Integrationen)
- Wikipedia-Ausschnitte (Infoboxen in der Seitenleiste)
- Video-Vorschaubilder (YouTube-Miniaturansichten)
Damit sie den Code nicht immer händisch eingeben müssen, bauen wir den Schlüssel jetzt so in Ihren Browser ein, dass er bei jeder Suche automatisch mitgeliefert wird.
Anleitung: Google Suche ohne KI in Chrome einrichten (udm=14)
Da Google in den Kontoeinstellungen derzeit keine einfache Option bietet, die KI-Suche dauerhaft zu deaktivieren, müssen wir die Konfiguration über die Browser-Suchmaschinen vornehmen. In Google Chrome ist das über die URL-Syntax möglich:
- Klicken Sie auf die drei Punkte rechts oben im Browser.
- Wählen Sie den Punkt Einstellungen ganz unten in der Liste.
- Navigieren Sie im neuen Fenster zum Abschnitt Suchmaschine in der linken Leiste.
- Klicken Sie auf Suchmaschinen und die Website-Suche verwalten.
- Wählen Sie im Bereich „Website-Suche“ den Button Hinzufügen.
- Geben Sie im Feld „URL mit %s statt der Suchanfrage“ exakt https://www.google.com/search?q=%s&udm=14 ein. Hinweis: Das %s ist nur ein Platzhalter für Ihre Suchbegriffe, damit Google später weiß, wo diese im Code landen sollen.
- Vergeben Sie einen Namen (z. B. „Google Clean“) und ein Kürzel (z. B. „clean“).
- Bestätigen Sie die Eingabe mit Speichern.
- Klicken Sie bei dem neuen Eintrag auf die drei Punkte und wählen Sie „Als Standard festlegen“.
- Die neu angelegte Suche sollte nun unter der Liste der Suchmaschinen aufgeführt sein.
- Führen Sie eine Suche über das Adressfeld durch; Sie gelangen nun automatisch direkt in den bereinigten „Web“-Tab.
Sie werden sehen: Google öffnet sich sofort im „Web“-Modus. Keine KI-Boxen, kein Durcheinander. Nur die Informationen, nach denen Sie wirklich gesucht haben.
Anleitung: Google Suche ohne KI in Firefox einrichten
Natürlich können Sie die Einstellungen auch in Mozilla Firefox vornehmen:
- In Firefox oben rechts auf das Menü (≡) klicken und „Einstellungen“ wählen.
- Links den Punkt „Suche“ öffnen.
- Nach unten scrollen zu „Suchmaschinen-Schlüsselwörter“ bzw. Bereich zum Hinzufügen benutzerdefinierter Suchmaschinen anklicken.
- „Suchmaschine hinzufügen“ klicken.
- Als Name z. B. „Google Web“ eintragen, als URL exakt das hier: https://www.google.com/search?q=%s&udm=14
- Wichtig: %s dient als Platzhalter für den späteren Suchbegriff. Den füllt Google selbstständig aus.
- Optional noch ein Schlüsselwort (z. B. clean) vergeben.
- Speichern und diese neue Suchmaschine in der Liste als Standard festlegen.
Ab dann laufen deine Adressleisten‑Suchen automatisch über den „Web“-Modus mit bereinigten Ergebnissen ohne KI‑Übersicht.
Alternativ können Sie auch ein Firefox‑Add-on verwenden. Diese finden Sie auf addons.mozilla.org. Da ich aber der ständigen Installation zusätzliche Plugins etc. kritisch gegenüberstehe (Stichwort Datensicherheit, Updates, regelmäßige Pflege), empfehle ich meinen Kundinnen und Kunden die Änderung in den Einstellungen.
Wie funktioniert udm=14 auf dem Smartphone?
Auf dem Smartphone funktioniert udm=14 technisch genauso wie am Desktop: über die URL.
Chrome / Firefox / Brave auf Android
In Browsern, die eigene Suchmaschinen erlauben (z. B. Firefox, Brave, häufig auch Chrome), können Sie, ähnlich wie am Desktop, eine benutzerdefinierte Suchmaschine einstellen.
- Öffnen Sie im Browser das Menü und gehen Sie in die Einstellungen.
- Öffnen Sie den Bereich Suche bzw. Suchmaschine (je nach Browser kann die Bezeichnung leicht abweichen).
- Suchen Sie die Option zum Hinzufügen einer benutzerdefinierten Suchmaschine.
- Legen Sie eine neue Suchmaschine an und tragen Sie als Name z. B. „Google Web“ ein.
- Hinterlegen Sie als URL exakt diese Adresse:
https://www.google.com/search?udm=14&q=%s - Wichtig:
%sist der Platzhalter für Ihren späteren Suchbegriff. Den füllt der Browser automatisch aus. - Speichern Sie die Suchmaschine.
- Stellen Sie diese neue Suchmaschine anschließend als Standard-Suchmaschine ein.
Ab dann laufen Ihre Adressleisten-Suchen auf dem Smartphone automatisch über den Web-Modus (udm=14) – also ohne die KI-Übersicht in den Ergebnissen.
Safari / iPhone
Safari bietet standardmäßig keine freie Eingabe eigener Such-URLs. Deshalb lässt sich udm=14 dort in der Regel nur über Erweiterungen oder zusätzliche Apps dauerhaft einstellen.
- Installieren Sie eine Safari-Erweiterung, die Google-Suchen automatisch in den Web-Modus umleitet (z. B. „udm14 for Safari“ aus dem App Store).
- Aktivieren Sie die Erweiterung in iOS unter Einstellungen → Safari → Erweiterungen.
- Stellen Sie sicher, dass die Erweiterung für Google-Suchen aktiv ist.
Grenzen in den offiziellen Google‑Apps
In der Google-App oder im Google-Suche-Widget können Sie die Such-URL nicht anpassen. Deshalb lässt sich udm=14 dort aktuell nicht dauerhaft erzwingen.
Workaround: Verwenden Sie für Ihre Suchen stattdessen den mobilen Browser als Einstieg (z. B. Firefox/Brave auf Android oder Safari mit passender Erweiterung).

Als Senior Texterin und Senior Copywriterin schreibe ich SEO-optimierte Texte für Unternehmen verschiedener Branchen. Außerdem biete ich extra SEO Schulungen und Texter-Schulungen an (SEO Beratung). In meiner Freizeit schreibe ich natürlich auch, bevorzugt Kinderbücher. Und wenn ich nicht am Schreibtisch sitze, genieße ich das Wandern in meiner Heimat, dem Bayerischen Wald.