Ich liebe Krimis. Angefangen von Klassikern wie Sherlock Holmes von Sir Arthur Conan Doyle, Edgar Allan Poe, und Agatha Christies Miss Marple, über einen guten Regionalkrimi etwa von Rita Falk oder einem Kriminalroman mit Nervenkitzel von Frank Schätzing. Die Liste ist ellenlang. Aber einen Krimi zu lesen oder selbst einen Krimi zu schreiben – das ist ein großer Unterschied. Worauf kommt es hier eigentlich an?
Das Wichtigste in Kürze:
- Ein Krimi dreht sich um die Aufklärung eines Verbrechens, meist durch einen Ermittler.
- Subgenres reichen von klassischen Detektivgeschichten über Politthriller bis zu Psychothrillern.
- Der Unterschied zwischen dem Krimi Genres und Thriller? Krimis legen den Fokus auf die Ermittlungsarbeit, Thriller auf Spannung und unmittelbare Gefahr.
- Wichtige Elemente: logischer Plot, glaubwürdige Charaktere, überraschende Wendungen, falsche Fährten.
- Gute Recherche zu Polizeiarbeit, Tatwaffen und medizinischen Details erhöht die Glaubwürdigkeit.
- Der Spannungsbogen folgt oft einer Drei-Akt-Struktur mit Einleitung, Hauptteil und Schluss.
- Red Herrings und ein gut geplanter Zeitstrahl sorgen für zusätzliche Spannung.
- Nach dem Schreiben: Ein gründliches Lektorat stellt sicher, dass der Krimi logisch, spannend und sprachlich überzeugend ist.
Was ist ein Krimi? Definition
Ein Krimi ist ein literarisches Genre, das sich mit der Aufklärung eines Verbrechens beschäftigt. Im Mittelpunkt stehen meist ein Ermittler oder eine Ermittlerin, die versuchen, einen Fall zu lösen, indem sie der Frage nachgehen: „Wer hat es getan?“. Krimis gehören seit dem 19. Jahrhundert zu einem der beliebtesten Genres der Literatur. Mittlerweile werden sie auch in weitere Subgenres unterteilt, wie z. B. den klassischen Kriminalroman, den Psychothriller, den Politthriller oder den Krimi Noir.
Bekannte Autoren und Werke:
- Edgar Allan Poe, soll mit der Kurzgeschichte „Der Doppelmord in der Rue Morgue“ 1841 das Genre des Kriminalromans begründet haben.
- Arthur Conan Doyles Sherlock Holmes ist bis heute eine der bekanntesten Figuren.
- Agatha Christie, mit Werken wie „Mord im Orient-Express“ oder „Tod auf dem Nil“ prägte das Genre maßgeblich.
- Patricia Highsmith mit ihren psychologisch komplexen Werken, wie „Der talentierte Mr. Ripley“.
- Umberto Ecos Werk „Der Name der Rose“ verbindet historische Elemente mit einer spannenden Kriminalgeschichte.
Krimi in Film und Fernsehen:
Neben der Literatur hat sich der Krimi auch in Film und Fernsehen etabliert. Beispiele sind die Detektivgeschichten rund um die Drei ??? oder „Emil und die Detektive“ oder moderne Serien wie „Tatort“. Historische Krimigeschichten, Politthriller oder Krimis mit zynischem Unterton finden in diesen Medien ebenfalls ihren Platz.
Krimi oder Kriminalroman – welche Subgenres gibt es?
Durch die wachsende Beliebtheit des Genre Kriminalroman entwickelten sich schnell weitere Gattungen.
Der klassische Kriminalroman („Whodunit“)
Der klassische Krimi, auch „Whodunit“ genannt, stellt die Frage „Wer hat es getan?“ in den Mittelpunkt. Die Leserinnen und Leser rätseln gemeinsam mit der ermittelnden Figur – häufig eine Polizistin, ein Polizist oder eine Privatperson – den Fall zu lösen. Ein Beispiel dafür ist die klassische Detektivgeschichte vor allem des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Edgar Allan Poes „Doppelmord in der Rue Morgue“ gehört beispielsweise dazu. In diesem literarischen Genre steht die Aufklärung eines Verbrechens klar im Vordergrund. Berühmte Werke wie „Der Name der Rose von Umberto Eco“ verbinden dieses Konzept mit historischen Schauplätzen und tiefgründigen Themen.
Krimi Noir
Krimi Noir spielt in einer oft zynischen und düsteren Welt, in der das Umfeld korrupt ist und die Hauptfiguren wenig Rücksicht auf gesellschaftliche Normen nehmen. Diese Geschichten zeigen meist hartgesottene Ermittlerinnen und Ermittler, die Licht ins Dunkel bringen und dabei mit moralischen Dilemmata kämpfen. Raymond Chandlers Werke wie „Der große Schlaf“ kennzeichnen dieses Subgenre des Krimis. Der Noir-Krimi geht häufig über die Frage nach dem Täter hinaus und beleuchtet tiefere gesellschaftliche Konflikte.
Weitere bedeutende Werke sind:
- „Lebwohl, mein Liebling“ (1940) von Raymond Chandler: In diesem Roman ermittelt Marlowe im Fall eines kürzlich aus dem Gefängnis entlassenen Mannes, der nach seiner ehemaligen Geliebten sucht.
- „Die Spur des Falken“ (1930) von Dashiell Hammett: Privatdetektiv Sam Spade gerät in eine gefährliche Suche nach einer wertvollen Statuette, wobei er von zwielichtigen Charakteren umgeben ist.
- „Der Malteser Falke“ (1941), Film von John Huston: Diese Verfilmung von Hammetts Roman mit Humphrey Bogart als Sam Spade gilt als Klassiker des Film Noir.
- „Fahr zur Hölle, Liebling“ (1944) von Raymond Chandler: Marlowe wird beauftragt, eine vermisste Person zu finden, und stößt dabei auf ein Netz aus Betrug und Mord.
- „Die Narbenhand“ (1941) von William Lindsay Gresham: Ein düsterer Roman über einen betrügerischen Jahrmarkt-Mentalisten, der in eine Spirale des Verbrechens und der Täuschung gerät.
Politthriller
Im Politthriller vermischen sich politische Intrigen mit der klassischen Krimihandlung. Die Geschichten spielen oft in einem korrupten Umfeld, und die Figuren des Krimis versuchen, größere Verschwörungen aufzudecken. Dieses Subgenre bringt nicht nur Spannung, sondern auch einen kritischen Blick auf aktuelle politische Geschehnisse.
Beispiele für Politthriller:
- „Die Unbestechlichen“ (1976): Dieser Film behandelt die Aufdeckung des Watergate-Skandals durch zwei investigative Journalisten und zeigt die tief greifende Korruption innerhalb der US-Regierung.
- „The Insider“ (1999): Basierend auf wahren Begebenheiten erzählt dieser Film die Geschichte eines Whistleblowers, der die Machenschaften der Tabakindustrie enthüllt, und die daraus resultierenden politischen und rechtlichen Konsequenzen.
- „Zero Dark Thirty“ (2012): Dieser Film schildert die jahrelange Jagd nach Osama bin Laden durch die CIA und beleuchtet dabei die politischen Entscheidungen und ethischen Dilemmata, die mit der Terrorismusbekämpfung verbunden sind.
- „Der Ghostwriter“ (2010): Ein Autor wird engagiert, um die Memoiren eines ehemaligen britischen Premierministers zu schreiben, und stößt dabei auf gefährliche politische Geheimnisse.
Regionalkrimis
Regionalkrimis sind eng mit ihren Schauplätzen verbunden, die oft detailliert beschrieben werden. Sie spielen z. B. in Deutschland, wo Leser lokale Bezüge und vertraute Orte genießen. Solche Werke verbinden häufig Heimatgefühl mit spannender Ermittlungsarbeit. Regionalkrimis sind in Buchhandlungen besonders in den Regionen beliebt, in denen sie spielen.
Beispiele für Regionalkrimis:
- „Bretonische Verhältnisse“ (2012): Jean-Luc Bannalecs Krimigeschichte um Kommissar Dupin spielt in der Bretagne und verbindet regionale Atmosphäre mit spannender Ermittlungsarbeit.
- „Tod auf der Piste“ (2003) von Nicola Förg: Dieser Alpen-Krimi ist der Auftakt zu Förgs erfolgreicher Reihe um die Kommissarinnen Irmi Mangold und Kathi Reindl und spielt in den bayerischen Alpen.
Das Genre Psychothriller
Dieses Subgenre fokussiert sich weniger auf die klassischen Ermittlungen und mehr auf die psychologischen Aspekte eines Verbrechens. Die Geschichten sind oft tiefgründig und erforschen die Beweggründe der Täter und Opfer. Patricia Highsmith, bekannt für „Der talentierte Mr. Ripley“, hat dieses Genre geprägt.
Ebenfalls nicht wegzudenken aus diesem Bereich ist Chris Carter mit seinen Geschichten rund um Detective Hunter:
- „Der Kruzifix-Killer“ (2009): Dies ist der erste Band der Reihe um Detective Robert Hunter. Ein Serienmörder hinterlässt seine Opfer mit einem in den Nacken geritzten Kreuzsymbol, was Hunter vor ein tödliches Rätsel stellt.
- „Der Vollstrecker“ (2010): In diesem Thriller wird ein Priester brutal ermordet aufgefunden, und Hunter muss einen Täter jagen, der seine Opfer auf grausame Weise bestraft.
- „Der Knochenbrecher“ (2011): Detective Hunter steht vor einem Fall, bei dem der Mörder seine Opfer auf schreckliche Weise verstümmelt und Hinweise hinterlässt, die auf weitere Taten hindeuten.
Ebenfalls erwähnt werden muss hier Andreas Gruber, mit z.B.:
- „Todesfrist“ (2013): Der erste Teil der Maarten S. Sneijder und Sabine Nemez-Reihe. Eine junge Kommissarin und ein exzentrischer Profiler jagen einen Serienmörder, der seine Opfer nach Märchenmotiven tötet.
- „Todesurteil“ (2014): In diesem Band müssen Sneijder und Nemez einen Fall aufklären, bei dem eine entführte Schülerin und eine Serie von Morden miteinander verknüpft sind.
- „Todesmärchen“ (2016): Ein weiterer Thrillerroman der Reihe, in dem der Profiler und die Kommissarin einem Täter auf der Spur sind, der grausame Märchen inszeniert.
Spionageroman
Spionageromane kombinieren Elemente des Krimis mit internationaler Intrige. Häufig handelt es sich um Geschichten über Geheimdienste und Spione, die Licht ins Dunkel von politischen oder militärischen Machenschaften bringen. Dieses Subgenre gehört zu den wichtigsten Subgenres der Kriminalliteratur.
Beispiel für Spionageromane:
- „Der Spion, der aus der Kälte kam“ (1963): John le Carré erzählt von einem britischen Spion während des Kalten Krieges.
Locked Room Mystery
Das „Locked Room Mystery“ stellt weniger die Frage nach dem Täter als nach der Methode in den Mittelpunkt. Wie konnte ein scheinbar unmögliches Verbrechen begangen werden? Diese Kurzkrimis faszinieren Leser mit ihrer Rätselhaftigkeit. Ein Klassiker dieses Subgenres ist Agatha Christies „Die Mausefalle“.
Weitere Beispiele sind: Adrian McKinty mit „In The Morning I’ll Be Gone“ (2014), „Die verlorenen Schwestern, und „Rain Dogs“ (2015).
Gangsterkomödie
Gangsterkomödien bieten eine humorvolle Variante des Krimis. Sie spielen oft in Großstädten und enthalten schwarzen Humor sowie skurrile Figuren. Diese Geschichten zeigen die kriminelle Welt aus einer erfrischend anderen Perspektive.
Beispiele für Gangsterkomödien:
- „Der kleine Bruder“ (1985) von Sven Regener: In diesem humorvollen Roman wird die Geschichte von Frank Lehmann erzählt, der in den 1980er-Jahren in Berlin in skurrile kriminelle Machenschaften verwickelt wird.
- „Die Herren der Unterwelt“ (1994) von Terry Pratchett: Teil der Scheibenwelt-Reihe, dieser Roman parodiert das Genre der Gangstergeschichten mit viel Witz und skurrilen Charakteren.
Historische Kriminalromane
Historische Kriminalromane sind in vergangenen Zeiten angesiedelt, wie z. B. im alten Ägypten oder Rom. Sie verbinden historische Fakten mit spannenden Krimihandlungen. Diese Werke sind bei Lesern beliebt, die sich für Geschichte und Kriminalromane gleichermaßen interessieren.
Ein bekannter Kriminalroman aus diesem Bereich ist „Das Parfum“ (1985) von Patrick Süskind: Die Geschichte eines jungen Mannes im 18. Jahrhundert, der besessen von Düften ist und zum Mörder wird, um das perfekte Parfum zu kreieren.
Cozy Mystery
„Cozy Mysteries“ – ein leichter Detektivroman, der oft in gemütlichen und ländlichen Schauplätzen spielen. Sie verzichten auf Gewalt und Brutalität, was sie zu einer entspannenden Alternative zu düsteren Geschichten macht. Leser schätzen diese Geschichten für ihre angenehme Atmosphäre. Beispiele dafür sind:
- Die Katze, die rückwärts lesen konnte“ (1966) von Lilian Jackson Braun: Eine leichte Krimigeschichte, indem der Protagonist, ein Journalist, mit seiner Siamkatze mysteriöse Todesfälle in einer Kleinstadt aufklärt.
Pulp
Pulp-Krimis wurden ursprünglich auf billigem Papier gedruckt und waren für ihre grellen und actionreichen Geschichten bekannt. Obwohl sie weniger literarischen Anspruch hatten, waren sie prägend für viele moderne Genres der Kriminalliteratur.
Klassiker in diesem Bereich sind:
- „Rote Ernte“ (1929) von Dashiell Hammett: Der Roman gilt als Prototyp und erzählt von einem namenlosen Detektiv, der in einer korrupten Bergbaustadt aufräumt.
- „Lebwohl, mein Liebling“ (1940) von Raymond Chandler: Dieser Roman mit Privatdetektiv Philip Marlowe zeigt die harte, zynische Welt des Pulp-Genres und verbindet komplexe Handlungsstränge mit scharfem Dialog.
Wie unterscheiden sich Krimi und Thriller?
Wenn es nun darum geht, einen Krimi zu schreiben, ist aber auch der Unterschied zwischen Krimi und Thriller wichtig.
Eigenschaften eines Krimis:
- Zentrale Ermittlungsarbeit: Im Kriminalroman steht die Aufklärung eines Verbrechens im Mittelpunkt. Die Handlung konzentriert sich darauf, die Frage „Wer hat es getan?“ zu beantworten. Die Ermittler bringen Licht ins Dunkel, allmählich, Schritt für Schritt.
- Logischer Aufbau: Krimis folgen oft einer linearen Struktur. Das Verbrechen wird zu Beginn präsentiert, und der Fokus liegt auf der methodischen Ermittlungsarbeit.
- Interaktion mit dem Leser: Krimigeschichten laden dazu ein, mitzurätseln und Hinweise zu interpretieren, um den Täter zu entlarven.
- Beispiele: Werke wie Agatha Christies „Mord im Orient-Express“ oder Arthur Conan Doyles Geschichten um Sherlock Holmes sind klassische Krimiromane, in denen die Aufklärung des Falls im Vordergrund steht.
Eigenschaften eines Thrillers:
- Hohe Spannung: Ein Thriller erzeugt Spannung, indem er die Hauptfiguren in gefährliche Situationen bringt. Der Leser erlebt die Handlung oft aus der Perspektive des Opfers oder des Täters.
- Gefahr für die Protagonisten: Die Hauptfiguren sind in der Regel selbst bedroht. Oft steht nicht nur die Frage nach dem Täter, sondern auch das Überleben der Protagonisten im Mittelpunkt.
- Schnelles Tempo: Thrillerromane zeichnen sich durch eine actionreiche, temporeiche Handlung aus, die oft überraschende Wendungen bietet.
- Beispiele: Psychothriller wie Gillian Flynns „Gone Girl“ oder Action-Thriller wie Lee Childs Jack-Reacher-Reihe sind typische Vertreter dieses Genres, bei denen Spannung und Gefahr dominieren.
Unterschied zwischen Krimi und Thriller:
- Ein Krimi legt den Fokus auf die Aufklärung eines Verbrechens durch logische Ermittlungsarbeit und Detektivarbeit.
- Ein Thriller hingegen erzeugt Spannung durch unmittelbare Bedrohungen, in denen die Figuren oft selbst in Lebensgefahr geraten.
Krimi schreiben – darauf kommt es an
Einen Krimi zu schreiben, bedeutet also, eine spannende und mitreißende Geschichte zu erschaffen, die fesselt und zum Miträtseln einlädt. Damit das gelingt, sollten Sie auf diese Punkte achten:
Die Idee
Eine gute Idee bildet die Grundlage für jeden Kriminalroman im Krimi Genre. Ob es ein ungewöhnlicher Schauplatz, ein überraschendes Motiv oder eine auffällige Tötungsmethode ist – die Idee sollte überraschend und einzigartig sein. Inspirationen können aus alltäglichen Situationen, historischen Ereignissen oder dem True Crime Bereich kommen.
Eigenschaften einer guten Idee:
- Ungewöhnliche Figuren: Ein Ermittler mit einer dunklen Vergangenheit oder ein Täter mit einem fragwürdigen, aber nachvollziehbaren Motiv.
- Besondere Schauplätze: Eine entlegene Insel, eine verlassene Fabrik oder ein abgeschiedener Wald, die Atmosphäre und Spannung aufbauen.
- Interessante Zeitfenster: Zum Beispiel ein Mordfall im Politmilieu während der 1920er-Jahre oder in der Nachkriegszeit.
Recherche
Eine fundierte Recherche ist unverzichtbar, um Authentizität zu gewährleisten. Viele erfolgreiche Krimiautoren und -autorinnen verwenden dafür Fachliteratur, Dokumentationen oder Podcasts, um sich mit Themen wie Polizei-, Gerichts- oder Pathologieprozessen vertraut zu machen. Auch Besuche an den Schauplätzen und Gespräche mit Expertinnen oder Experten können helfen.
Quellen für die Recherche:
- Fachbücher und Zeitschriften zu Kriminalistik, Psychologie oder Gerichtsmedizin.
- Interviews mit Fachleuten, z. B. Ermittler, Ermittlerinnen, Gerichtsmediziner, Gerichtsmedizinerinnen oder Historiker und Historikerinnen.
- Filme und Serien, die das Polizei- oder Krimimilieu realistisch darstellen.
- Eigene Beobachtungen: Der Besuch eines Gerichtsverfahrens oder einer Polizeiwache kann spannende Details liefern.
Der Plot
Ein Detektivroman lebt von einem schlüssigen und logischen Plot. Der Aufbau sollte den Leserinnen und Lesern erlauben, Hinweise zu entdecken, während gleichzeitig Überraschungen eingebaut werden. Wichtig ist dabei ein durchdachter Handlungsverlauf, um Logikfehler zu verhindern.
Punkte eines guten Plots sind:
- Falsche Spuren: Figuren oder Beweise, die den Verdacht in die falsche Richtung lenken.
- Zeitleisten: Detaillierte Zeitstrahlen für die Täterinnen und Täter und die ermittelnden Figuren, um den Ablauf der Ereignisse präzise zu planen.
- Überraschendes Ende: Die Leser und Leserinnen sollten überrascht sein, aber rückblickend erkennen, dass sie das Ende hätten erahnen können.
Dramaturgie
Der Spannungsbogen wird im Krimi Genre durch Dramenmodelle wie den Dreiakter oder die Heldenreise erzeugt.
- Dreiakter: Gut geeignet, wenn die Ermittlungen im Vordergrund stehen und Wendepunkte durch neue Beweise oder unerwartete Erkenntnisse erzeugt werden.
- Heldenreise: Ideal, wenn die Hauptfigur eine persönliche Entwicklung durchläuft oder direkt in den Fall involviert ist.
Die Figuren des Krimis
Ein gelungener Kriminalroman hat tiefgründige, glaubwürdige Charaktere. Die Protagonisten sollen allesamt mehrdimensional sein, mit Stärken, Schwächen und nachvollziehbaren Motiven.
Merkmale interessanter Figuren:
- Ermittelnde Beamtinnen und Beamten: Sie können ein starkes Gerechtigkeitsbewusstsein haben, aber auch persönliche Schwächen wie Alkoholprobleme, sie nehmen wenig bis keine Rücksicht und haben private Konflikte.
- Täter und Täterinnen: Ihre Handlungen sollten nicht nur bösartig wirken, sondern auch aus ihrem psychologischen oder sozialen Hintergrund resultieren.
Zeitraum
Der Zeitraum der Handlung beeinflusst den Spannungsaufbau der Krimigeschichte ebenfalls:
- Lange Zeiträume: Eine Geschichte, die sich über Jahre erstreckt, erlaubt eine tiefere Entwicklung der Figuren und Hintergründe. Zeitsprünge sollten jedoch gut geplant sein, um nicht zu verwirren.
- Kurze Zeiträume: Wenn die Handlung innerhalb weniger Stunden oder Tage abläuft, ist die Geschichte oft temporeicher und konzentriert sich auf Details wie Tatort und Ermittlungen. Szenen folgen in einem engen Takt, was die Spannung erhöht.
- Rückblenden: Sie können zusätzliche Tiefe geben, sollten jedoch sparsam eingesetzt werden, da sie die Handlung mitunter verlangsamen können.
Schauplatz
Der Schauplatz beeinflusst die Atmosphäre und den Verlauf der Handlung. Jeder Ort trägt zur Stimmung der Szenen bei und bietet unterschiedliche Möglichkeiten, um die Figuren zu integrieren.
- Offene Schauplätze:
Große, weitläufige Areale wie Großstädte, mehrere miteinander verbundene Dörfer oder Orte, die sich über Ländergrenzen erstrecken, bieten Raum für komplexe Handlungsstränge. Zum Beispiel könnte ein Serienmord über mehrere Städte in Skandinavien hinweg Ermittlungen in verschiedenen Ländern erfordern. - Geschlossene Schauplätze:
Orte wie ein Krankenhaus, eine Schule oder ein Schiff. Die geschlossene Umgebung schafft eine intensive Atmosphäre und lässt die Handlung fokussiert wirken. - Details des Schauplatzes:
Für realistische Beschreibungen sollte man die Umgebung gut kennen. Wie riecht es an diesem Ort? Welche Geräusche dominieren? Gibt es auffällige visuelle Merkmale wie ein altes Gebäude oder einen Brunnen mit einer abgebrochenen Kante? Solche Details machen den Ort lebendig und authentisch. - Fiktive Orte:
Spielt die Handlung an einem erfundenen Schauplatz, ist es wichtig, diesen so detailliert auszuarbeiten, dass er greifbar wird. Geografische, architektonische und atmosphärische Aspekte sollten durchdacht sein, damit keine Widersprüche entstehen. - Atmosphäre und Handlung:
Der Schauplatz sollte den Rahmen für die Handlung bilden. Eine Verhaftung in einem Kindergarten wird anders wirken als auf einer düsteren Müllkippe. Die Umgebung beeinflusst die Dynamik der Szene und die Möglichkeiten der Figuren, zu handeln.
Polizeiliche Ermittlungen
Sollte die Polizei im Mittelpunkt der Handlung stehen, müssen Sie sich mit den Abläufen vertraut zu machen. Authentizität ist das A und O im Krimi Genre – damit die Geschichte am Ende glaubwürdig wirkt.
- Abläufe: Ermittlungen beginnen meist mit der Spurensicherung am Tatort und der ersten Beweisaufnahme. Befragungen und Analysen folgen.
- Teamarbeit: In der Realität arbeiten Polizistinnen und Polizisten selten allein. Für den Spannungsaufbau eines Krimiromans kann man jedoch bewusst von dieser Regel abweichen, etwa in einem gefährlichen Showdown.
- Realitätsnähe: Auch wenn es bei Krimis erlaubt ist, von der Realität abzuweichen, sollten die Abweichungen plausibel wirken. Leser und Leserinnen akzeptieren kreative Freiheiten, solange sie in der Geschichte Sinn ergeben.
Tatwaffen
Die Wahl der Tatwaffe ist ein wichtiger Punkt beim Schreiben eines Krimis. Wichtig hierbei ist:
- Beispiele: Messer, Pistolen oder seltene Gifte.
- Details: Wie viele Patronen passen in die Waffe? Wie wirkt das Gift? Wie wirken Stichverletzungen? Solche Informationen können die Ermittlungen vorantreiben und die Spannung steigern.
Diese Details verfeinern eine Kriminalgeschichte. Sie sind wichtig. Eine gründliche Recherche ist daher unabdingbar.
Medizinische Kenntnisse
Grundkenntnisse in Medizin helfen, Verletzungen, Tötungsarten oder Leichenfunde glaubwürdig zu beschreiben:
- Leichenschau: Wie lange ist das Opfer tot? Welche Spuren deuten auf die Todesursache hin?
- Verletzungen: Die Beschreibung der Wunden kann Hinweise auf die Tatwaffe geben.
Falsche Fährten
Um die Spannung zu steigern, sollten glaubwürdige, aber irreführende Hinweise eingebaut werden. Diese lenken die Leserin und den Leser mit dem Ermittler oder der Ermittlerin auf eine falsche Spur und steigern die Spannung.
Thema
Ein starkes Thema ist ebenfalls wichtig. Es gibt der Geschichte Tiefe und verbindet die Handlung mit gesellschaftlichen oder historischen Aspekten.
- Beispiele: Ein Kriminalroman im Politmilieu, in dem Korruption aufgedeckt wird, oder eine Geschichte, die sich mit Umweltverbrechen beschäftigt.
- Wiederkehrende Elemente: Das gewählte Thema sollte sich durch alle Aspekte der Geschichte ziehen, z. B. durch Motive, Figuren oder Schauplätze.
Die Szeneliste
Eine Szeneliste hilft, die Handlung übersichtlich zu planen und Lücken im Plot frühzeitig zu erkennen.
- Details: Wann und wo spielt die Szene? Welche Figuren sind beteiligt? Was geschieht?
- Perspektive: Aus wessen Sicht wird die Szene erzählt? Die Perspektive beeinflusst die Wahrnehmung und Spannung der Handlung.
- Planung: Jede Szene sollte zur Lösung des Falls beitragen, sei es durch neue Hinweise, Wendungen oder falsche Spuren.
Der Aufbau beim Krimi
Charakteristisch für den Krimi als literarische Gattung ist der Aufbau. Dieser besteht im Wesentlichen aus drei Abschnitte: Einleitung, Hauptteil und Schluss. Jeder dieser Abschnitte hat dabei bestimmte Aufgaben, um Spannung zu erzeugen und die Handlung logisch zu gestalten.
Die Einleitung
In der Einleitung wird der Grundstein für den gesamten Kriminalroman gelegt. Hier wird die Neugierde der Leserinnen und Leser geweckt.
Eigenschaften der Einleitung:
- Spannung von Anfang an: Oft beginnt ein Kriminalroman direkt mit einem Mord oder dem Fund der Leiche. Das Rätsel „Wer, Was, Wie, Wo, Wann?“ steht im Vordergrund.
- Vorstellung der Figuren: Die Hauptfiguren wie der Ermittler oder die Ermittlerin sowie erste Verdächtige werden eingeführt.
- Schaffung von Atmosphäre: Orte und grundlegende Details der Handlung werden beschrieben, um das Setting klar zu machen.
Beispiele für Szenen in der Einleitung:
- Der Fund einer Leiche an einem abgeschiedenen Ort.
- Der Moment, in dem der Ermittler den Fall übernimmt.
- Ein Rückblick, der die Vorgeschichte des Verbrechens andeutet.
Der Hauptteil
Im Hauptteil entfaltet sich die Handlung, und es werden immer mehr Hinweise preisgegeben. Die Ermittlungen nehmen Fahrt auf, falsche Fährten (Red Herrings) lenken ab, und der Spannungsbogen wird weiter aufgebaut.
Wichtige Punkte des Hauptteils:
- Suspense und Tension: Der Spannungsbogen bleibt konstant hoch, während gezielte Spannungspunkte (Tension) für plötzliche Wendungen sorgen.
- Falsche Spuren: Hinweise und Indizien führen zu Verdächtigungen, die sich später als falsch erweisen.
- Cliffhanger: Szenen enden oft abrupt an einem Höhepunkt, um die Neugier aufrechtzuerhalten.
Beispiele für Szenen im Hauptteil:
- Die Vernehmung eines Verdächtigen, der sich in Widersprüche verstrickt.
- Der Fund eines entscheidenden Beweisstücks, das neue Fragen aufwirft.
- Eine unerwartete Wendung, die die Ermittlungen in eine völlig neue Richtung lenkt.
Der Schluss
Im Schluss werden alle offenen Fragen beantwortet, und die Fäden der Handlung laufen zusammen. Nun zeigt sich, ob die Leserinnen und Leser mit ihren Vermutungen richtig lagen. Oder ob doch noch eine unerwartete Wendung alles verändert.
Merkmale des Schlusses:
- Logische Auflösung: Das Ende muss schlüssig sein und alle zuvor gestellten Fragen beantworten.
- Überraschungseffekt: Ein gelungenes Ende überrascht, ohne unlogisch zu wirken.
- Abgerundete Handlung: Nebenhandlungen werden abgeschlossen, und die Figuren erfahren eine Veränderung oder Entwicklung.
Beispiele für Szenen im Schluss:
- Die Überführung und das Geständnis des Täters oder der Täterin.
- Ein finaler Showdown, bei dem der Täter oder die Täterin versucht, sich der Verhaftung zu entziehen.
- Eine letzte überraschende Wendung, die die Geschichte in einem neuen Licht erscheinen lässt.
Die Elemente beim Krimiroman zusammengefasst
- Der geschlossene Raum: Ein Verbrechen, das in einem abgeschlossenen Raum geschieht, sorgt für zusätzliche Rätsel.
- Red Herrings: Sie lenken auf falsche Spuren und erhöhen die Spannung.
- Zeitstrahl: Ein genau geplanter Zeitstrahl sorgt dafür, dass die Ereignisse logisch zusammenhängen.
- Tatwaffen und Ermittlungen: Detaillierte Beschreibungen von Tatwaffen und Polizeiarbeit verleihen der Handlung Glaubwürdigkeit.
- Das Thema: Ein wiederkehrendes Motiv, wie z. B. Korruption im Polizei- oder Politmilieu, zieht sich durch die gesamte Geschichte und gibt ihr Tiefe.
Nach dem Schreiben des Krimis: Lektorat und Korrektorat
Ihr Krimi ist fertig geschrieben? Perfekt! Jetzt ist es Zeit, die Handlung, Figuren und Sprache auf den Prüfstand zu stellen. Ein gründliches Lektorat sorgt dafür, dass Logik, Spannung und Ausdruck überzeugen, während ein Korrektorat die sprachliche Perfektion garantiert.
Ich unterstütze Sie dabei, Ihren Krimi zu verbessern– präzise, professionell und mit einem geschulten Blick fürs Detail. Kontaktieren Sie mich jetzt und schon bekommt Ihr Krimi die letzte Prise Spannung.

Als Senior Texterin und Senior Copywriterin schreibe ich SEO-optimierte Texte für Unternehmen verschiedener Branchen. Außerdem biete ich extra SEO Schulungen und Texter-Schulungen an (SEO Beratung). In meiner Freizeit schreibe ich natürlich auch, bevorzugt Kinderbücher. Und wenn ich nicht am Schreibtisch sitze, genieße ich das Wandern in meiner Heimat, dem Bayerischen Wald.