ChatGPT
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Wie Ihr AI-Texte identifiziert: 21 häufig beanspruchte Phrasen von ChatGPT

Als ich ChatGPT zum ersten Mal ausprobierte, war ich erstaunt, wie schnell die KI Informationen sammeln und mir helfen konnte, ein Thema besser zu verstehen. Weniger positiv überrascht war ich hingegen von den Formulierungen: hölzern, holprig, manchmal auch unverständlich und mit Begrifflichkeiten, die nicht in den Kontext passen.

Dennoch stolpere ich inzwischen vermehrt über Texte im Netz, die ganz offensichtlich von AI geschrieben wurden. Wäre es nur die Ausdrucksweise, könnte ich ja darüber hinwegsehen. Jedoch machen sich viele nicht einmal mehr die Mühe, Ihre Beiträge zu kontrollieren. Das Ergebnis sind Aussagen und Fakten, die eindeutig falsch sind.

Das Wichtigste in Kürze:

  • KI Module wie ChatGPT helfen bei schneller Recherche und dabei, ein Thema besser zu verstehen.
  • Wird damit geschrieben, wirken die Formulierungen aber ohne Überarbeitung oft hölzern, holprig oder unpassend.
  • Dennoch wäre es übertrieben zu sagen, dass KI-Texte eindeutig zu erkennen sind.
  • Denn die Programme wurden mit unserem Sprachgebrauch trainiert und verwenden Floskeln, die schon vor 30 Jahren in Ratgebern standen.
  • Deswegen erkennen „AI-Detektoren“ KI Texte nicht zuverlässig.
  • Das ist eher der Fall, wenn sich typische Standard-Phrasen (z. B. „In der heutigen Zeit…“, „Lassen Sie uns…“, „Zusammenfassend lässt sich sagen…“) häufen.
  • Aber auch sie können nur auf KI-Texterstellung hindeuten, sind aber kein Beweis.

Phrasen ChatGPT
AI – zwei Buchstaben mit großer Wirkung.

Doch woher wisst Ihr nun, ob Euer Ghostwriter oder Copywriter selbst KI zur Texterstellung verwendet und diese 1:1 und ungeprüft an Euch weiterleitet? Denn dass die verschiedenen Programme, die angeblich KI erkennen können, mit Vorsicht zu genießen sind, sollte mittlerweile jedem klar sein. Schließlich verbirgt sich hinter einem einfachen Text kein Quellcode, der analysiert werden kann, der eindeutige Zeichen enthält, die nur von der KI stammen können.

Aussichtslos meint Ihr?

Nein. Denn es gibt bestimmte Redewendungen und Ausdrücke, die auf die Texterstellung mit KI hindeuten können. Besonders dann, wenn sie in einem Text gehäuft vorkommen.

AI-Texte identifiziert: Typische Ausdrücke und beanspruchte Phrasen von ChatGPT

  • In der heutigen hektischen Welt …
  • In einer Zeit …
  • Tauchen wir ein …
  • Lassen Sie uns in die Welt von … eintauchen
  • Ermöglichen es…
  • Dies führt zu der Erkenntnis, dass …
  • Es ist bemerkenswert, dass …
  • In Anbetracht dessen, dass…
  • Es lässt sich nicht leugnen, dass …
  • Unter Berücksichtigung von…
  • Es versteht sich von selbst, dass…
  • Zusammenfassend lässt sich sagen, dass…
  • Es ist wichtig, dass…
  • Es muss bedacht werden, dass…
  • Lassen Sie uns …
  • Es ist wichtig zu beachten, dass …
  • Im Großen und Ganzen …
  • Es ist erwähnenswert, dass…
  • Abschließend lässt sich sagen, dass …
  • Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass
  • Insgesamt ist…

Erkennt Ihr hier ein Muster? ChatGPT arbeitet am liebsten mit Ergänzungssätzen. Natürlich ist es möglich, mit passenden Prompts den Text zu verbessern. Umso schwieriger, teilweise sogar unmöglich wird es, die Unterschiede zu erkennen.

Ist der Sprachgebrauch wirklich ein Beweis für KI?

Viele „typische ChatGPT-Phrasen“ sind in Wahrheit ganz normale Textbausteine. Sie kommen schon immer in Sachtexten, Essays und Literatur vor, weil sie eine Funktion haben: einordnen, relativieren, überleiten, zusammenfassen. Wer daraus automatisch „KI“ ableitet, macht es sich zu leicht.

Wichtig ist die Unterscheidung: Eine einzelne Wendung beweist nichts. Auffällig wird es erst, wenn Standardfloskeln gehäuft auftreten und der Text gleichzeitig inhaltlich dünn bleibt. Also: keine Quellen, keine Details, keine klare Logik, kein überprüfbarer Fakt enthält.

Beispiel aus Klassikern wie Jane Austen zeigt das Problem genau

Nehmen wir einmal den Satz „Es ist bemerkenswert, dass …“. Er gilt heute schnell als „KI-typisch“. In Jane Austens Emma steht im Original genau dieses Satzmuster: „It is remarkable, that Emma …“

Und das zeigt genau, was ich mein: Dieser Satz, diese Phrase, ist nicht KI-exklusiv. Sie ist ein etabliertes Stilmittel. KI nutzt sie nur besonders gern, weil sie elegant wirkt.

Warum „AI-Detektoren“ keine harte Grundlage sind

Wenn nun jemand behauptet, er oder sie könne KI-Texte sicher erkennen, ist Skepsis angebracht. Selbst OpenAI hat bei einem eigenen Klassifikator offen erklärt, dass solche Erkennung unzuverlässig ist und Fehlklassifikationen vorkommen. Ein Score ist kein Beweis. Er ist maximal ein Hinweis.

Was deutet wirklich auf KI hin?

Statt Phrasen zu jagen und Gedankenstriche zu zählen, ist die Prüflogik besser. Achten Sie nicht auf einzelne Sätze, sondern auf Substanz:

  1. Faktencheck: Stimmen Zahlen, Behauptungen, Beispiele?
  2. Quellenlage: Gibt es nachvollziehbare Belege oder bleibt alles behauptet?
  3. Kontext- und Detailtiefe: Wird es konkret oder bleibt der Text allgemein?
  4. Widerspruchsfreiheit: Passt alles zusammen oder gibt es irgendwo Logikfehler?
  5. Expertise: Wird erkennbar, wofür der Text steht und warum?

Doch was ist dann mit dem Plagiat? Verwenden Copywriter, die sich die Arbeit mit KI erleichtern, noch einen Plagiatsprüfer, um die Einzigartigkeit ihrer Texte zu gewährleisten?

Appell an die Seele der Ghostwriter und Copywriter

Mir stellt sich außerdem noch eine andere Frage: Was ist mit der Kreativität. Das ist kein Ghostwriter oder Copywriter, der ausschließlich mittels KI Texte erstellt. Mit Kreativität hat das nichts mehr zu tun. Gleiches gilt für Grafikdesigner, die mit geschickten Prompts ihre Bilder kreieren, dafür aber etliche 100 Euro verlangen.

Was kommt, lässt sich an den Fingern einer Hand abzählen: Textaufträge werden immer weniger vergütet. Warum? Na ja, der Arbeitsaufwand und die Kreativität fehlen. Und wer jetzt behauptet, solch ein Prompt wäre kreative Arbeit, der sollte einmal in den Spiegel blicken und sich das ins Gesicht sagen.

Bleibt Euch selbst und Euren Kunden treu! Wenn Ihr ChatGPT als Ideengeber für Headlines oder Themen sucht, kein Problem. Verwendet Ihr die KI aber, um damit ganze Texte zu erstellen, und verkauft diese als Eure eigenen, dann ist das Betrug an Euren Kunden und allen anderen aus dieser Branche. Harte Worte, ich weiß. Doch wenn ich gemischtes Hackfleisch vom Schwein und Rind kaufe, dann möchte ich auch das und nur das. Oder wie war das noch gleich mit dem Pferdefleischskandal und der Pferdelasagne? Hat Euch das nicht auch aufgeregt? Dann macht es nicht genauso! Seid besser und ehrlicher!

FAQs: Häufige Fragen zum Thema Phrasen von ChatGPT

Was sind typische ChatGPT-Phrasen?

Typische ChatGPT-Phrasen sind wiederkehrende Formulierungen, die in vielen KI-Texten identisch oder sehr ähnlich auftauchen. Dazu gehören Einleitungen, Übergänge, Fazits oder Relativierungen, die unabhängig vom Thema gleich klingen.

Warum klingen viele Texte von ChatGPT gleich?

Viele KI Texte klingen gleich, weil KI-Modelle auf Wahrscheinlichkeiten trainiert sind. Sie greifen bevorzugt auf sprachliche Muster zurück, die häufig vorkommen, gut funktionieren und statistisch „sicher“ sind. Das führt zu Wiederholungen in Stil, Satzbau und Wortwahl.

Erkennt Google typische ChatGPT-Formulierungen?

Google bewertet nicht „KI“ an sich, sondern Muster. Texte mit stark standardisierten Formulierungen, ohne eigene Perspektive oder Substanz, schneiden schlechter ab. Egal, ob sie von einer KI oder einem Menschen stammen.

Sind typische Formulierungen automatisch ein Zeichen für KI-Texte?

Nein, viele als „ChatGPT-Phrasen“ bezeichnete Wendungen gehören zum normalen Sprachgebrauch. Sie werden seit Jahrzehnten in Fachtexten, Journalismus und Sachbüchern verwendet. Ihre bloße Existenz ist kein Beweis für KI.

Ist es seriös, Texte anhand einzelner Phrasen als KI-Inhalte zu bewerten?

Nein, das ist nicht seriös. Weder wissenschaftlich noch journalistisch. Einzelne sprachliche Marker sind kein belastbares Kriterium für KI. Eine seriöse Bewertung betrachtet Struktur, Argumentationslogik, Kontexttiefe und Zielorientierung und beurteilt einen Text nicht darüber, ob ein Gedankenstrich enthalten ist oder nicht.