Seit Ende 2024 werden weltweit mehr neue Artikel von KI als von Menschen geschrieben. In den Suchergebnissen sind sie aber nur begrenzt sichtbar. Der Grund ist kein Anti-KI-Filter von Google. Sondern vielmehr der Qualitätsmaßstab der verschiedenen Suchmaschinen: Sichtbarkeit bekommen Inhalte, die belegt, nachvollziehbar und aktuell sind und eine klare Autorenschaft haben. Nicht aber Texte, die nur schnell heruntergeschrieben wurden oder mit Keywords überladen sind.
Für Unternehmen bedeutet das: KI beschleunigt Ihre Briefings, Recherchegerüste und Rohentwürfe. Den Unterschied im Ranking machen aber weiterhin redaktionelle Qualität mit Belegen und Verantwortung.
Das Wichtige in Kürze:
- Im November 2024 zeigt die Graphite-Analyse erstmals mehr überwiegend KI-geschriebene als menschlich verfasste Artikel.
- Seit 2025 stagniert der Anteil aber.
- Das liegt unter anderem an den verschärften SPAM-Regeln von Google.
- Die Suchmaschine filtert massenhaft erstellte, unoriginelle Texte sowie Inhalte ohne echte redaktionelle Verantwortung heraus.
- Wichtig ist aber weiterhin: Die Produktionsart ist kein Rankingkriterium. Bewertet wird immer „helpful, reliable, people-first content“, also nützlicher, verlässlicher Inhalt für Menschen.
Was hat Graphite genau untersucht?
Grundlage für die Graphite Studie sind rund 65.000 englischsprachige Artikel, die aus dem offenen Web-Archiv Common Crawl stammen. Common Crawl ist ein frei zugängliches, regelmäßig aktualisiertes Archiv. Die Stichprobe umfasst den Zeitraum von 2020 bis einschließlich Mai 2025.
Wie hat Graphite die Texte untersucht?
Jeder Artikel wurde in Abschnitte von etwa 500 Wörtern zerlegt. Für jedes Textstück (Chunk) wurde mithilfe eines stilometrischen Detektors geprüft, ob es eher KI-typische Merkmale aufweist oder eher menschlich geschrieben wirkt. „Stilometrischer Detektor“ bedeutet: Ein Programm analysiert Schreibmuster wie Satzlängen, Wiederholungen, Wortwahl und Rhythmus und berechnet daraus eine Wahrscheinlichkeit für KI- oder Human-Autorschaft.
Anschließend wurden die Ergebnisse der einzelnen Textstücke zu einem Gesamturteil pro Artikel zusammengeführt. Ein Artikel gilt in dieser Studie als „überwiegend KI-generiert“, wenn mehr als die Hälfte seiner Textstücke als KI-typisch erkannt wurde. Die Aufteilung in Textstücke dieser Länge ist deshalb sinnvoll, weil sie Mischtexte sichtbar macht: Also Fälle, in denen zum Beispiel die Einleitung menschlich verfasst wurde, während der Hauptteil mit KI entstand.
Was wurde tatsächlich gemessen?
Zum einen wurde monatlich ermittelt, welcher Anteil der neu veröffentlichten Artikel in der Stichprobe überwiegend KI-geschrieben ist. Das beschreibt den Veröffentlichungsstrom über die Zeit. Zum anderen wurde geprüft, wie häufig diese Artikel in der Google-Ergebnisliste vorne auftauchen. Aber nicht nur, ob sie irgendwo erscheinen, sondern an welcher Position:
- ganz oben
- auf der ersten Seite
- weiter hinten
Erst der Vergleich beider Messgrößen erklärt das Ergebnis:
Es werden zwar sehr viele KI-Texte veröffentlicht, sichtbar vorne bleiben aber vor allem gut belegte und klar verantwortete Inhalte. Das gilt unabhängig davon, ob bei der Texterstellung eine KI mitgewirkt hat.
Wie zuverlässig sind die Detektoren für den Test?
Detektoren sind Hilfsmittel, keine Richter. Es kann durchaus zu Fehlbewertungen kommen:
- Ein menschlicher, stark geglätteter Text kann KI-typisch wirken (falsch positiv).
- Ein KI-Text, der sorgfältig redigiert wurde, kann menschlich wirken (falsch negativ).
- Bei Mischtexten können verschiedene Detektoren unterschiedliche Ergebnisse liefern.
Daher sollten Einzelergebnisse immer mit Quellenangaben, erkennbarer Autorin oder erkennbarem Autor und redaktioneller Prüfung zusammen gelesen werden.
Der Trend über die vielen Tausend Artikel in der Graphite Studie bleibt davon aber dennoch unberührt:
In der Veröffentlichung überwiegen seit Ende 2024 KI-Texte. Auf den ersten Plätzen in den Suchergebnissen dominieren aber weiterhin menschlich verfasste Inhalte.

Als Senior Texterin und Senior Copywriterin schreibe ich SEO-optimierte Texte für Unternehmen verschiedener Branchen. Außerdem biete ich extra SEO Schulungen und Texter-Schulungen an (SEO Beratung). In meiner Freizeit schreibe ich natürlich auch, bevorzugt Kinderbücher. Und wenn ich nicht am Schreibtisch sitze, genieße ich das Wandern in meiner Heimat, dem Bayerischen Wald.